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Home of Hope

Bäckerei in Sierra Leone eröffnet

Schermbeck "Wir sind seit drei Wochen wieder hier. So richtig da bin ich aber immer noch nicht“, sagt Gudrun Gerwien, Vorsitzende der Gagu-Zwergenhilfe. Sie, Dieter Schmitt und Johannes Nover besuchten im September Sierra Leone – ein Wechselbad der Gefühle.

Bäckerei in Sierra Leone eröffnet

Die Eröffnung der Bäckerei am Home of Hope in Sierra Leone wurde mit einem Fest und viel Musik gefeiert.

Mit den positiven Dingen beginnt Gudrun Gerwien ihren Bericht. Einen Tag nach ihrer Ankunft wurde auf einem an das Kinderheim „Home of Hope“ angrenzenden Grundstück eine Bäckerei eröffnet. „Wir konnten das erste Brot backen“, sagt Gerwien. Vergleichbar sei dies von der Konsistenz her mit Milchbrötchen. „Aber nicht so süß. Es wäre kein Brot, das wir in unserer Verwöhntheit jeden Tag essen würden“, sagt sie.

500 Brote

Bis zu 500 Brote pro Tag soll der angestellte Bäcker dort künftig in zwei Öfen backen, und Auszubildenden zeigen, wie das geht. „Die Teigknetmaschine wird mit einem Dieselmotor angetrieben“, sagt Dieter Schmitt, zweiter Vorsitzender des Vereins. „Das Gesundheitsamt hätte hier die Bäckerei zugemacht, bevor sie eröffnet worden wäre“, sagt Gudrun Gerwien. In der Schneiderei wurden erste Schuluniformen genäht. Auch die mit Hilfe der Gagus realisierte Schulerweiterung mit zwei Klassenräumen sei fertig geworden. Ebenso wie das erste von mehreren geplanten Häusern, in dem Familien leben dürfen, die Ebola-Waisen aufnehmen.

Von der Idee eines kleinen Dorfes mit zehn solcher Häuser habe man sich verabschiedet, sagt Gerwien. Stattdessen wolle man die Häuser in bestehende Dorfgemeinschaften bauen. Ebola-Waisen würden eh schon wie Ausgestoßene behandelt, „weil einige Leute denken, dass sie Unheil über ihre Familie gebracht hätten“, so Gerwien. Die Anregung, ein eigenes Dorf könne dies verschlimmern, habe man aufgenommen. „Es wird sowieso zuviel über den Kopf dieser Menschen entschieden“, findet Gerwien.

Mehrere Todesfälle

Überschattet wurde der Besuch der Schermbecker von mehreren Todesfällen. So starb der zweijährige Sohn des langjährigen Mitarbeiters Thomas Bendu. Und die Hausmutter des „Home of Hope“ verlor innerhalb weniger Tage zwei Schwestern. Die ältere Schwester war hochschwanger – Baby und Mutter konnten nicht gerettet werden. Gerwien kann noch weitere Schicksale aufzählen, die ihr die Tränen in die Augen treiben. Derzeit sucht sie für eine 90-jährige unversorgte Frau „vielleicht ein Damenkränzchen oder einen -kegelclub, der eine Patenschaft für 25 Euro im Monat übernimmt.“ Gudrun Gerwien: „Wir werden die Welt nicht retten – aber das leisten, was wir können.“ 

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