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Von der Bezirksregierung

Beamten-Brief wurde erst nach sechs Jahren losgeschickt

SCHERMBECK Äußerst langsam zeigten sich jetzt Düsseldorfer Beamte mit der Beantwortung eines Briefes: Sechs Jahre dauerte es, bis die Antwort in Schermbeck eintraf.

Die Bezirksregierung Düsseldorf hat offensichtlich Mitleid mit den Schermbeckern. Da die Gemeinde keinen Karnevalsverein besitzt, möchte sie selbst mit einem verspäteten Karnevalsscherz zur Erheiterung der Bevölkerung beitragen. Herzhaft lachen über die Düsseldorfer Beamten musste jedenfalls ein inzwischen pensionierter Schermbecker Beamter. Der hatte am 10. April 2006 Widerspruch gegen einen Beihilfebescheid eingelegt. Eine Antwort blieb aus. Nicht einmal eine Eingangsbestätigung wurde erteilt. Wochen später erfuhr der Schermbecker in einem Telefonat, dass der Widerspruch tatsächlich angekommen war. Er solle sich noch ein wenig gedulden.

Als der Schermbecker zwei Jahre später in den Ruhestand ging, war eine Stellungnahme der Bezirksregierung noch immer nicht eingetroffen. „Es gibt schönere Dinge im Leben“, dachte sich der Pensionär und beschloss, geduldig zu warten. Und das hat sich auch gelohnt. Am 11. November 2011 war der Widerspruchsbescheid von Michael Neuhäuser in der Bezirksregierung formuliert worden, pünktlich zur Eröffnung der närrischen Session. Dann war der geplante Bescheid offensichtlich wieder in Vergessenheit geraten.

Als der Beamte den Brief jetzt wiederfand, strich er einfach das Datum „11. November 2011“ und setzte einen Stempel mit dem Datum „14. Juni 2012“ drüber. Acht Tage später traf der Bescheid in Schermbeck ein. Nach sechs Jahren hat es die Regierung nun sehr eilig. Nur einen Monat gibt sie dem Beamten Zeit, Widerspruch einzulegen. Der Schlusssatz wirkt wie ein Paukenschlag: „Sollte die Frist durch ein Verschulden eines von Ihnen Bevollmächtigen versäumt werden, würde dessen Verschulden Ihnen zugerechnet.“ Nun ist der Brief in Richtung Landesregierung unterwegs. Wenn die genauso „schnell“ antwortet, wird das Ergebnis im Jahre 2018 bekannt gegeben. Da soll es ja wieder eine Karnevalssession geben.

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