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Brandopfer stehen noch immer unter Schock

HERVEST Zwar hat durch den verheerenden Brand an der Marxstraße lediglich eine Katze ihr Leben verloren, aber für die Betroffenen war das Feuer ein gewaltiger Schicksalsschlag und ein kolossaler Schock, den manche am MIttwoch noch nicht verarbeitet hatten.

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Bestürzt betrachten zwei Anwohnerinnen der Marxstraße die Trümmerwüste, die der verheerende Brand in den einsturzgefährdeten Gebäuden-Ruinen hinterlassen hat.

Der Tag danach: die ausgebrannten Häuser an der Marxstraße.

Zu ihnen gehört ein 79-jähriger Mann, der sich an die Hoffnung klammert, dass alles nur ein böser Traum gewesen ist. "Wenn Du die Wand nur ordentlich abschrubbst, kann ich doch bald wieder in meine Wohnung zurück", bittet er seine Nichte um Hilfe, in deren Wohnung im Nachbarhaus er Zuflucht gefunden hat. Der alte Mann wehrt sich gegen die Erkenntnis, dass von seinem Zuhause nur noch eine einsturzgefährdete Ruine übrig blieb.

Seine Nichte hatte am Dienstagmorgen den Brand entdeckt: "Wer heizt denn da so seinen Kamin? Das qualmt ja wie Hacke!", hatte sie zu einer Nachbarin gesagt, als kurz vor acht Uhr Rauchwolken aus einem hinten gelegenen Anbau drangen. Die Nachbarin schaute genauer hin: "Das ist kein Kamin-Qualm, das brennt!" Kurz darauf schlugen bereits Flammen aus dem Anbau und griffen in Windeseile auf die Nachbargebäude mit den Hausnummern 34, 32 und 30 über. "Wir sind nur verschont geblieben, weil der Wind aus der anderen Richtung wehte", weiß die Augenzeugin. Mehrere Generationen unter einem Dach

In der Stunde der Not bewährte sich, dass in diesem Bereich der Zechensiedlung einer den anderen kennt. Dort ist Hervester Urgestein zuhause, vielfach leben in den Wohnungen mehrere Familien-Generationen unter einem Dach.

So konnten alle durch das Feuer Gefährdete schnell alarmiert und geborgen werden. Anders als in einem anonymen Wohnblock hatten die Nachbarn den Überblick und wussten bald, dass alle gerettet waren.

Dramatisch verlief die Evakuierung in dem Anbau, der zuerst in Brand geraten war. Die Wohnungs-Eigentümerin hatte noch geschlafen, ihre Tochter stand gerade unter der Dusche und flüchtete nur in ein Badetuch gehüllt auf die Straße.Doppelter Schicksalsschlag

Für diese Familie war das Feuer besonders tragisch. Der Ehemann ist erst im  letzten Jahr verstorben, die Mutter der Hauseigentümerin so schwer erkrankt, dass sie einen Tag vor dem Brandausbruch ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.

"Im Nachhinein war das sogar Glück im Unglück", meint die Nachbarin, "wir hätten sonst gar nicht gewusst, wie wir die schwer kranke, ans Bett gefesselte alte Dame aus ihrem Zimmer bergen sollten."Die meisten Opfer sind versichert

Wie geht es nun für die Brandopfer weiter? Die meisten hatten ihr Wohnungseigentum zum Glück versichert. Das ändert aber nichts daran, dass viele unersetzliche Erinnerungsstücke den Flammen zum Opfer gefallen sind. Und nicht alle haben das Glück wie der 79-jährige alte Mann, der zumindest in der vertrauten Umgebung bleiben kann: "Wir werden unseren Onkel bei uns aufnehmen, denn in einem Seniorenheim wäre er kreuzunglücklich."

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