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Diebestouren enden jetzt im Knast

Dorsten Mindestens zwölf (Einbruch-)Diebstähle hat ein 23-jähriger Dorstener zwischen Juli und Dezember 2006 in der Region begangen, meist mit Komplizen. Dafür muss er jetzt zwei Jahre ins Gefängnis.

Den Kopf resigniert gesenkt, vernahm der einschlägig vorbestrafte Mann gestern das Urteil vor dem Schöffengericht. Er hatte offenbar damit gerechnet, dass Richterin Regine Heinz die Strafe zur Bewährung aussetzen würde - und sich getäuscht.

Die ellenlange Anklageschrift zu verlesen, dauerte eine Viertelstunde: Die Beteiligung an 15 Diebstählen von Autos und Münztelefonen sowie Einbrüche in Bürogebäude warf die Staatsanwaltschaft dem Dorstener vor. Mit wechselnden Komplizen hatte der 23-Jährige in Dorsten und Nachbarstädten wie Marl und Haltern mehrfach zugeschlagen. Sonderermittler der Polizei ertappten ihn am 30. Dezember in Bocholt beim Knacken eines Münzsprechers auf frischer Tat und nahmen ihn fest.

In seinem Plädoyer versuchte Rechtsanwalt Michael Schwankl das Gericht davon zu überzeugen, die Haftstrafe gegen Zahlung einer "empfindlichen Auflage" zur Bewährung auszusetzen. Seine Begründung: Nach vierjähriger Arbeitslosigkeit stünde sein Mandant jetzt wieder in Lohn und Brot. Die Drogensucht, die für die Diebstahldelikte ausschlaggebend gewesen sei, habe er erfolgreich bekämpft. Außerdem sei er zu den Eltern nach Bocholt zurückgezogen, um mit deren Hilfe sein Leben neu zu sortieren.

Davon unbeeindruckt belehrte Richterin Heinz den Rechtsanwalt: "Wir sind keine Sozialarbeiter, sondern in erster Linie dazu da, Unrecht zu sühnen." Der Angeklagte hätte seine Chance bekommen - und sie verspielt: Nur wenige Monate nachdem er zu einer Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt worden war, ist er wieder straffällig geworden. Ein solches Versagen sei inakzeptabel.

Gegen eine Geldbuße in Höhe von 600 Euro stellte das Gericht das parallel verhandelte Strafverfahren gegen die 28-jährige Ex-Freundin des Angeklagten ein. Sie hatte ihm und seinen Komplizen - angeblich ohne sich dessen bewusst zu sein - geholfen, mit ihrem Auto Diebesgut zu Hehlern zu bringen, um die Beute dort zu Geld zu machen. Die vorsätzliche Mithilfe konnte der Altenpflegerin nicht nachgewiesen werden. Als Zeugen befragte und bereits verurteilte Komplizen des Hauptangeklagten entlasteten die Frau. Richterin Heinz war von der Unschuld der Dorstenerin nicht überzeugt. Christoph Walter

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