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Dorsten kann Dormagen nicht kopieren

DORSTEN Ds Dormagener Vorbild kann Dorsten ermutigen, vergleichbare Ziele anzustreben. Aber ein Patentrezept zum Kinder- und Jugendschutz ist das "Dormagener Modell" nicht.

Dorsten kann Dormagen nicht kopieren

JHA-Vorsitzender Dirk Schlenke dankt Gerd Trzeszkowski (r.) mit einer Flasche "Dorstener Wildwasser" für den informativen Vortrag.

"Wer glaubt, er könne mit zwei, drei Beschlüssen unser Netzwerk für Familien kopieren, der irrt sich gewaltig." Dies betonte Gerd Trzeszkowski, Leiter des Fachbereichs Schule, Kinder, Familien und Senioren in Dormagen. Mit einem einstündigen Vortrag und einer anschließenden Fragestunde machte er am Montag dem Dorstener Jugendhilfe-Ausschuss (JHA) deutlich, dass die 64 000-Einwohner-Stadt am linken Rhein-Ufer einen langen Weg ging und viele Mosaiksteine zusammenfügte, um durch Vorbeugung etwas gegen Kinderarmut zu tun.

"Das war eine der schwierigsten Hürden, bis sich bei uns die Erkenntnis durchsetzte, dass es tatsächlich Armut in unserer Stadt gibt", so Trzeszkowski. Und diese Armut sei die Hauptursache für alle Probleme: "Bei Sprachdefiziten differierten ausländische und deutsche Kinder nur um 5 %, aber beim Vergleich zweier Ortsteile lagen arm (54 % Kinder mit Defiziten) und reich (7 %) meilenweit auseinander."

Dagegen könne nur Prävention helfen. Deshalb versuche eine ganze Stadt mit vereinten Kräften durch eine Fülle von Beratungs- und Hilfsangeboten entgegenzuwirken: "Dafür muss man auch Geld in die Hand nehmen. Wir bieten Kindern Mittagessen für einen Euro, finanzieren Elternschulen und zahlen Schulmittel."

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