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Dunkles Thema fröhlich und beseelt präsentiert

Raesfeld Im vergangenen Jahr feierten Komponist Professor Norbert Linke und Mezzosopranistin Felicia Friedrich zehn Jahre künstlerische Zusammenarbeit. Wie dynamisch und bereichernd diese Zusammenarbeit ist, durfte das Publikum am Mittwoch in der Villa Becker erleben. Die beiden Musiker hatten diesen Abend dem deutschen Schriftsteller Wolfgang Borchert gewidmet. Borchert schuf in seinem kurzen Leben, er wurde nur 26 Jahre alt, eine Vielzahl von lyrischen Werken und Prosastücken. Norbert Linkes "Borchert-Lieder" sind Vertonungen von sieben Gedichten aus dem Band "Laterne, Nacht und Sterne", eine Sammlung von Borcherts Gedichten aus den Kriegsjahren 1940 bis 1945.

Historische Verweise

Parallelen und historische Querverweise schuf die Einbindung von Linkes "Tschechischen Liedern", Vertonungen von Jan Nerudas und Josef Sládeks Gedichten, und Rilkes "Das Heimatlied". Jan Neruda, Namensgeber für den berühmten Chilenen Pablo Neruda, war mit seiner vom Realismus geprägten Lyrik ebenfalls Vorbild für den Dichter Wolfgang Borchert. Für Felicia Friedrich war die Darbietung der "Tschechischen Lieder" eine Premiere. Und eine große Ehre, erneut mit ihrem Mentor zusammenarbeiten zu dürfen, der sie gefordert und zum Sprung ins Unbekannte inspiriert hat.

Musik erzählt

Linkes Liedvertonungen bewegen sich an der Grenze zum Chanson. Sie sind erzählenden Musik, die vom Standpunkt der Technik aus betrachtet eine klassische Herangehensweise verlangt, vom Stil her jedoch erzählend ausgelegt ist. Für Felicia Friedrich eine Herausforderung. Aber der Wechsel zwischen den Musikstilen ist für sie gewohntes Terrain, schließlich ist sie auch im Jazz zu Hause. Dass er nun nicht nur dichten, sondern auch wunderbare Geschichten schreiben konnte, bewies Norbert Linke mit seiner nicht minder wunderbaren Lesung von Borcherts "Schyschiphusch. Das Publikum dankte den beiden Musikern mit warmem, lang anhaltendem Applaus. Trotz der mitunter dunklen Thematik war dies ein fröhlicher, ein beseelender Abend. EK

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