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Fünf-Sterne-Hotel für Pferde

DORSTEN Es geht nicht im langsamen Trab voran, sondern im Galopp: An der Groß-Baustelle am Hohenkamp kann man täglich erkennen, wie eine Reitanlage modernster Prägung in Windeseile wächst.

Fünf-Sterne-Hotel für Pferde

Sorgt mit ihren Plänen für Aufruhr unter den Dorstenern: Sabine Haag-Molkenteller.

Bis zum Jahresende sollen die Gebäude der Reitanlage Gut Hohenkamp komplett fertig sein und dann 90 Pferden Platz bieten. Zum Richtfest am 26. September wurde bereits eingeladen. „Wir decken für Einsteller von Privatpferden die gesamte Palette ab, vom Pony- und Freizeitreiten bis zum Springpferde-, Dressur- und Vielseitigkeitssport“, benennt Sabine Haag Molkenteller die Zielsetzung ihres Guts. Wie berichtet ist die Stadt hoch erfreut, dass hier in einen aufstrebenden Bereich der Freizeitwirtschaft viel Geld investiert wird. Denn dadurch entstehen auch Arbeitsplätze und Lehrstellen. Fünf neue zusätzliche Arbeitsplätze wurden seit Jahresbeginn geschaffen. Und zu den acht Mitarbeitern des Teams von Gut Hohenkamp gehört auch eine Auszubildende für den Beruf des „Pferdewirts“ mit dem Schwerpunkt Reiten. Auch im Umfeld gibt es viele Veränderungen. Wo früher auf dem mehr als 30 ha großen Grundstück zwischen Lippedeich und Hammbach Getreidefelder der Landwirtschaft dienten, soll es künftig ausschließlich Grünland und Pferdeweiden geben. Auch auf den Koppeln am Lippeufer werden bald wieder Pferde grasen: „Dort können sich überwiegend Jungtiere austoben“, erläutert Sabine Haag Molkenteller.

Aber nur tagsüber sind die Pferde draußen. Aus Sicherheitsgründen bleiben die Tiere nachts allesamt unter Dach und Fach. Sicherheitsgründe sind es auch, die dazu führen, dass das Kerngelande um den Reitbetrieb künftig Spaziergängern und Radfahrern verschlossen bleibt. Pferdefreunde seien aber herzlich eingeladen, das Training aus sicherem Abstand zu beobachten: „Dazu besteht von der Deichkrone oder vom neu ausgebauten Rad- und Fußweg Gelegenheit.“ Schiedlich-friedlich sollen sich Wanderer und Reitsportler künftig auch den neuen zehn km langen Rundweg teilen, der zum Teil durch die Lippeauen führen und das Reitwege-Netz des Münsterlandes auf Schermbecker Gebiet mit dem Niederrhein verbinden wird.

Dagegen müssen Spaziergänger und Anwohner künftig womöglich auf eine lieb gewonnene Gewohnheit verzichten: Das Hohenkamp-Wäldchen wird nicht mehr in dem Maße zugänglich sein wie bisher. Sabine Haag Molkenteller: „Wir mussten fast 10 000 € ausgeben, um das Gelände von Garten- und Hausmüll zu befreien“. Solchen Missbrauch wollen die Eigentümer von Gut Hohenkamp künftig unterbinden, auch mit Hilfe eines Zaunes. Eingegattert werden sollen auch die Bereiche, in denen Wiederaufforstungs-Maßnahmen geplant sind. Orkan Kyrill hat auch am Hohenkamp Verwüstungen angerichtet, die Neuanpflanzungen brauchen nun besonderen Schutz. Nur für die Reiter und Pferde des Gutes soll der Wald auf den angelegten Wegen als Ausritt-Möglichkeit geöffnet bleiben. Erklärtes Ziel der Gutsbesitzer aber ist es, in Dorsten eine der schönsten Reitanlagen Deutschlands zu schaffen. 

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