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Geselle reichte nicht

Kirchhellen Etwas abgekämpft, aber sichtlich erleichtert betrat Johannes Grewer die Gaststätte Pels. Dort fand am Mittwochabend seine Feier zum zweiten bestandenen Meistertitel statt.

Geselle reichte nicht

<p>Feierte am Abend mit Freunden und Familie: Johannes Grewer (Mitte) mit Norbert Grewer, Freundin Luisa Steinmann sowie seinen Eltern Agnes und Reinhold Grewer. Dziabel</p>

Seine Eltern und Freunde warteten bereits dort und überhäuften den jüngsten deutschen Doppelmeister erstmal mit Glückwünschen.

Morgens war Grewer noch zu seiner letzten mündlichen Prüfung in Kassel gewesen. "Ich war so nervös", erklärt der 21-Jährige. "Er hat noch nicht einmal gefrühstückt", lächelte seine Mutter.

Grewer hatte nach seinem qualifizierten Abschluss an der Hauptschule in Kirchhellen mit der Lehre zum Zimmermann im elterlichen Betrieb begonnen. Doch "nur" Geselle zu sein, reichte ihm nicht, und so ging er im letzten Jahr nach Kassel, um in Vollzeit seinen Meistertitel zu bauen.

Ein Meister wäre schön

"Ich hätte damals nicht gedacht, dass ich das alles so durchziehe. Ich hatte großen Respekt vor dem, was von uns verlangt wurde. Da dachte ich noch, dass ein Meister schon nicht schlecht wäre", so Grewer. Doch alles ging gut und so trägt er seit Februar seinen ersten Meistertitel des Zimmermanns.

Doch auch dies reichte ihm nicht. Um seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu vergrößern, drückte er erneut die Schulbank. Diesmal sollte es der Dachdeckermeister werden. "Das sind zwei artverwandte Berufe, deshalb konnte ich auch die Meisterprüfung vorziehen."

Der kaufmännische Bereich und die Ausbildungslehre sind gleich, was den Aufenthalt in Kassel wiederum um ein halbes Jahr verkürzte. "Allerdings war das trotzdem schwieriger. Da ich nur als Quereinsteiger reingekommen bin, musste ich viel lernen, denn die Praxis ist ja ganz anders."

Jetzt ist Grewer aber erstmal froh, wieder in Kirchhellen zu sein. "Ich bin stolz und erleichtert, auch wenn ich es noch nicht ganz realisiert habe." Für die Zukunft wünscht sich der ehrgeizige junge Mann volle Auftragsbücher mit anspruchsvollen Aufträgen, um sich beweisen zu können.

Privat widmet er sich jetzt erstmal intensiver seiner Freundin Luisa. "Sie musste viel zurückstecken, weil wir eineinhalb Jahre nur eine Wochenendbeziehung geführt haben." dzi

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