Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Gläßner und Barkenberg: Liebe auf den dritten Blick

WULFEN Kaum ein zweiter Ortsteil wird von vielen Einwohnern so geschätzt, aber von manchen Außenstehenden so geschmäht wie Barkenberg. Stadtbaurat Frank Gläßner hat die Neue Stadt Wulfen durch fast alle Etappen begleitet.

Gläßner und Barkenberg: Liebe auf den dritten Blick

<p>Dass in Barkenberg nicht nur die Brunnen sprudeln, sondern auch weiterhin die Gelder fließen, um zentrale Einrichtungen wie Gemeinschaftshaus und Bad zu erhalten und den Stadtumbau fortzusetzen, hofft mit Frank Gläßner ein Barkenberger der ersten Stunde. Krause</p>

Herr Gläßner, wann sind Sie erstmals mit der Neuen Stadt Wulfen in Berührung gekommen?

Gläßner: Als Student der Raumplanung in Dortmund habe ich nebenbei als Gehilfe für ein Vermessungsbüro gearbeitet. Ein Auftrag führte in den Sechziger Jahren nach Barkenberg, als dort noch kein Gebäude stand. Dafür gab es breite Baustraßen, die überhaupt nicht ins Landschaftsbild passten.

Sie haben sich also nicht auf den ersten Blick in Barkenberg verliebt?

Gläßner : Auch nicht auf den zweiten, der eher bizarr war: Eine Vortragsveranstaltung vor ca. 70 Wulfener Landfrauen mitten im Karneval. Alle trugen so ein kleines Hütchen mit Gummiband und deuteten ein dezentes Schunkeln an - Narrentreiben auf westfälisch eben.

Dennoch war danach Ihr Leben, als Bürger wie als Planer, untrennbar mit Barkenberg verknüpft.

Gläßner: Das ergab sich durch Theorie und Praxis des Studiums. Denn die Neue Stadt Wulfen war ein sehr innovatives, faszinierendes Projekt, das überall Beachtung fand. Dort wurde nach neuen Formen urbanen Lebens gesucht. Und ich war auch durch meine Tätigkeit für die GBS-Planungsgruppe, das Büro Grosche, Börner & Stumpfl, eingebunden.

Wann sind Sie selbst nach Barkenberg gezogen?

Gläßner : In dem Jahr, in dem unser Sohn geboren wurde: 1972. Da haben wir eine große Wohnung an der Dimker Allee 52 bezogen. Im achten Stock. Mit wunderbarem Ausblick über die gesamte Großbaustelle.

Mitte der 70er Jahre haben Sie dann als Stadtplaner bei der Dorstener Verwaltung angefangen. Da hatte schon der scheibchenweise Rückzug vom Konzept der Neuen Stadt begonnen. Die Folgen einer überdimensionierten Planung und der teils zu experimentellen Architektur beschäftigen Sie bis heute.

Gläßner : Bei GBS hat man schon früh gemerkt, dass es kein Fortschritt für den Menschen ist, gewisse Vernunftregeln des Bauens für Experimente zu opfern. Flexible Wohnungsgrößen waren ein toller Gedanke, aber die handwerkliche Umsetzung muss stimmen. Weil vieles fragmentarisch geblieben ist, müssen wir bis heute den Preis des Unvollendeten bezahlen. Daher ist der Stadtumbau-Prozess für mich auch erst der Anfang.

Was wünschen Sie sich für Barkenbergs Zukunft?

Gläßner: Dass unser Stadtteil durch qualitätsvolle neue Wohnangebote auch junge Familien anlockt und dadurch lebendig bleibt. Dass durch Bürgereinsatz die vielen Plätze und öffentlichen Bereiche präsentabel bleiben. Dass das Wir-Gefühl wieder wächst und nicht auf kleine Einheiten beschränkt bleibt wie "Wir vom Gecksbach". Und dass das Wohnen im Grünen mit den grünen Adern der Rad- und Fußwege erhalten bleibt, aber so gestaltet wird, dass es nicht unbedingt Wohnen im Dunklen heißt.

Empfehlen Sie außer Wulfenern auch Dorstenern den Ausstellungsbesuch im Gemeinschaftshaus?

Gläßner: Unbedingt! Ich habe mir immer gewünscht, dass der Ortsteil mit all seinen Qualitäten und Defiziten gerecht beurteilt wird. Dazu kann die Ausstellung beitragen, am besten gekoppelt mit einem Rundgang durch den Ort. Oder noch besser: Einer grandiosen Stadtführung mit Rainer Diebschlag.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Dorsten ändert die Knöllchen-Technik

Die neuen Knöllchen in Dorsten sind grau

Dorsten Die Politessen-Post in Dorsten war bislang orange und hatte die Größe einer Ansichtskarte. Doch was künftig hinter die Scheibenwischer von Falschparkern gesteckt wird, ist anders in Farbe und Größe. Und es steht mehr drauf.mehr...

Messerattacke auf dem Hof der Pestalozzi-Schule

Versuchter Mord: Ex-Freundin des Täters will Revision einlegen

Dorsten/Essen Der beinahe tödliche Angriff auf dem Schulhof der Pestalozzi-Schule wird demnächst auch den Bundesgerichtshof beschäftigen.mehr...

Virus D in Mission für den Bergbau aktiv

Neue Hymne an die Kumpel

Dorsten Sie waren schon oft in Mission für den Bergbau aktiv – jetzt dürfen die Deutsch-Rocker von „Virus D“ am 1. Mai zur Eröffnung der Ruhrfestspiele auftreten.mehr...

Prozess am Dorstener Amtsgericht

Drei Männer sollen Obdachlose geschlagen haben

Dorsten Drei Männer sollen bei einem Trinkgelage auf eine obdachlose Frau losgegangen sein. Seit Mittwoch (25.4.) müssen sich die drei vor dem Dorstener Amtsgericht verantworten.mehr...

Westnetz löst Irritationen über „Kunstflüge“ auf

Darum fliegt häufig ein weißer Hubschrauber über Dorsten

Dorsten Ein weißer Hubschrauber, dessen Pilot gewagte Manöver fliegt? Was eine Leserin aus dem Stadtsfeld am Mittwoch der Redaktion schilderte und immer wieder auch zu Fragen bei Facebook führte, hat einen simplen Grund.mehr...

St.-Elisabeth-Krankenhaus profitiert von Halterner Schließung

Geburtshilfe wird in Dorsten zentralisiert

Dorsten/Haltern Die Geburtshilfe im Halterner St.-Sixtus-Hospital wird zum 30. Juni geschlossen. Davon profitiert das Dorstener St.-Elisabeth-Krankenhaus, denn die Geburtshilfe wird in Dorsten zentralisiert. Das hat der Aufsichtsrat der KKRN GmbH am Dienstag (24.4.) beschlossen.mehr...