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„Volksentscheid“ in Dorsten über ein Grünkonzept

In dieser Woche startet die „Palmen-Wahl“ in Barkenberg

Dorsten Zum ersten Mal gibt es in Dorsten eine Art Volksentscheid über die Grünpflege öffentlicher Flächen. Vor der am Freitag beginnenden Wahl kommen am Dienstag aber noch Befürworter und Gegner der Liberalisierung zu Wort.

In dieser Woche startet die „Palmen-Wahl“ in Barkenberg

Andreas Türpe hat ein schönes Haus. Das findet auch der Bürgermeister. „Aber um Geschmack geht es nicht“, sagt Tobias Stockhoff. Ja, die Palmen passen ganz vorzüglich zum „Griechenland-Haus“ am Gecksbach. Aber einige seiner südländischen Gewächse stehen nicht auf dem Grundstück des Vermessungstechnikers, sondern ganz knapp auf städtischer Fläche.

Abholzen? Stehenlassen? Das können in diesem Monat exakt 6751 Menschen entscheiden. Sie haben vor Kurzem eine Wahlbenachrichtigung der Stadt bekommen. Weil sie mindestens 16 Jahre alt sind, vor allem aber, weil sie in Wulfen-Barkenberg leben. Mit diesem kleinen „Volksentscheid“ haben sich Stadtverwaltung und Politik angesichts der lautstarken Kritik vieler „Palmen-Freunde“ aus einer Zwickmühle zu befreien versucht: Die Pflanzaktion von Andreas Türpe war nicht erlaubt, das ist klar. Also weg mit den Bäumen! Aber passt das in eine Zeit, in der die Stadt mehr denn je um bürgerschaftliches Engagement wirbt, durchaus auch mit finanziellen Anreizen?

Spielregeln müssen eingehalten werden

Es geht bei der „Palmen-Wahl“ also um mehr als die paar Palmen jenseits einer Grundstücksmauer. Es geht um „Spielregeln“ für öffentlichen Grund und Boden. Eine besagt bislang: Es dürfen nur einheimische Gehölze gepflanzt werden. Die neue könnte lauten: Alles ist erlaubt, wenn es nur gepflegt aussieht. Die Diskussion, die in den letzten Monaten viele Menschen auf die Palme gebracht und auch überregionale Medien nach Wulfen-Barkenberg gelockt hat, findet am Dienstag (19 Uhr, Gemeinschaftshaus Wulfen) ihren vorläufigen Höhepunkt. Beim Info-Abend wird das recht komplizierte Grünkonzept des Ortsteils erläutert. Schließlich gibt es nicht eine gültige Satzung, sondern ein „Mosaik von Vereinbarungen“, auf dessen Einhaltung beispielsweise die Wulfen-Konferenz in der Vergangenheit gepocht hat.

Andreas Türpe („Nach einer bejahenden Abstimmung kann jeder Bürger zukünftig nahezu selbst festlegen, was er pflanzt.“) erhält ebenso Rederecht wie Barkenberg-Kenner Rainer Diebschlag. Der ehemalige Gesamtschullehrer meint: „Es geht nicht ums Aussehen, denn darüber lässt sich nicht streiten, sondern um den ökologischen Nutzen für die Tierwelt. Der ist bei heimischen Gehölzen gegeben, bei Palmen nicht.“

Das letzte Wort haben die wahlberechtigen Barkenberger. Sie können an vier Tagen im April im Gemeinschaftshaus Wulfen mit „Ja“ oder „Nein“ abstimmen: am 13. und 27. April (freitags) von 9 bis 13 Uhr, am 15. und 29. April (sonntags) von 11 bis 15 Uhr. Die Reaktionen im vergangenen Jahr zeigen, dass es offenbar viele Palmen-Freunde gibt. Die Gegner agierten eher im Stillen. Sollte die Mehrheit der Barkenberger im April mit „Nein“ stimmen, müssen Andreas Türpes Palmen, die auf öffentlicher Fläche stehen, weg. Ansonsten werden sie durch Volkes Stimme nachträglich „legalisiert“.

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