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Insolvenzverwalter fordert eine Mio. Euro

Dorsten "Atlantis" ist nichts für Abergläubische: Sie müssen allmählich den Eindruck gewinnen, über dem Freizeitbad liege ein Fluch, der für Dorsten immer neue Probleme heraufbeschwört.

Den jüngsten Beleg dafür gab es gestern im Haupt- und Finanzausschuss. Gleich zu Beginn der Sitzung gab der Erste Beigeordnete Gerhard Baumeister bekannt, dass Insolvenz-Verwalter Dr. Bernsau vor zehn Tagen eine weitere Klage eingereicht hat. Er erhebt Ansprüche auf mobiles Vermögen aus der Insolvenzmasse und beziffert seine Forderung mit 1,05 Mio. Euro! "Unglaublich!", entfuhr es spontan Susanne Fraund (Grüne).

Lange Liste

Auch Baumeister war anzumerken, dass für ihn die Ansprüche des Insolvenzverwalters jedes Maß vermissen lassen: "Die Stadt hatte sich bei der Übernahme des Bades an einer Inventarliste orientiert und für das bewegliche Vermögen 50 000 Euro bezahlt. Jetzt aber listet der Insolvenz-Verwalter nicht nur Pflanzen, Kunstfelsen und Blockhütten als mobiles Vermögen auf, sondern sogar die Rutschen-Anlagen, Parkdeck und Saunen." "Fast alles Dinge, die wir mit großem Finanzaufwand sanieren mussten", schüttelte Susanne Fraund nochmals den Kopf.

Bernd Schwane (CDU), der als Anwalt über juristische Kompetenz verfügt, missbilligte das Verhalten: "Insolvenz-Verfahren sind für Verwalter oft Goldgruben. Wir sollten ruhig bleiben und die Klage nicht überbewerten." Auch Heinz Denniger (SPD) äußerte sein "volles Vertrauen in unsere juristische Abteilung". Und Gerhard Baumeister als zuständiger Dezernent sieht der Klage gelassen entgegen.

Verlustausgleich

Danach hinderte die Hiobsbotschaft aber den Ausschuss nicht, die Arbeit der städtischen Geschäftsführer der Bädergesellschaft durch einen einstimmigen Beschluss zu belohnen: Der Verlustausgleich für 2008 in Höhe von 1,05 Mio. Euro wurde gebilligt. Wie berichtet, sind seit der Übernahme die Kosten gesenkt, Schäden beseitigt und die Besucherzahlen gesteigert worden. kdk

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