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Immer wieder Ärger

Jugendliche setzen ein Zeichen am Treffpunkt Altstadt

DORSTEN Den Jugendlichen in der Altstadt reicht es! Ständig wird das Gelände um ihren Treffpunkt am Jugendhaus vermüllt, die Skateboardbahn mit Flaschen beworfen und auf dem Gelände sogar gezündelt. So kann es nicht weitergehen, meinen sie.

Jugendliche setzen ein Zeichen am Treffpunkt Altstadt

Eine Gruppe Jugendlicher will sich dauerhaft um die Sauberkeit am Treffpunkt Altstadt kümmern. Nach getaner Arbeit lud Christian Joswig am Freitag zum Grillabend ein.

Natürlich ist es auch für Dorsten keine neue Erfahrung, dass sich jugendliche Gewalt in Form von Zerstörungswut und Vandalismus gegen öffentliches und privates Eigentum richtet. Neu ist aber, dass Jugendliche dagegen ein Zeichen setzen wollen. Sie packen selber an, um nicht nur aufzuräumen sondern auch zu demonstrieren, dass sie diese Aktionen auf ihrem Gelände nicht mehr dulden wollen.

Die Jugendlichen kennen die Übeltäter. Gruppen von schwer integrierbaren Jugendlichen sehen sie als die Verursacher an. Eine gewaltbereite Clique, die das Gelände um ihr Jugendhaus ab und an heimsucht.

Hausbesuche ohne Wirkung

Auch der Leiter der Einrichtung, Christian Joswig, ist ratlos, haben doch die Ansprachen und Hausbesuche durch die Polizei nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Zu groß scheint die Macht der Clique zu sein, in der sich die Jugendlichen gut aufgehoben fühlen. Ihr unkontrolliert kollektives Verhalten nimmt dem Einzelnen die Selbstkontrolle und macht ihn risikofreudiger. Zur "Belohnung" steigt sein Prestige in diesem Umfeld.

Für die Entstehung von Gewalt gibt es keine einfachen und eindeutigen Erklärungen, so Christian Joswig. Wenn in wirtschaftlichen Krisensituationen Anerkennungs- und Bewährungsfelder (z.B. Arbeitsplätze) fehlen, und damit Chancenstrukturen als ungerecht uns aussichtslos empfunden werden, gelingt die soziale Integration immer weniger.

Gesellschaftliche Probleme Solche Strukturen sind mit pädagogischen und polizeilichen Mittel allein nicht aufzubrechen. Diese mächtigen gesellschaftlichen Antriebskräfte können eigentlich nur auf dem Feld der "großen Politik", der Gesellschafts- und Arbeitsmarktpolitik, beeinflusst werden.

Genauso wichtig ist es aber auch, dass Fremde, Bekannte, Nachbarn und andere Zeugen auf diese sinnlose Zerstörungswut negativ reagieren. Das Entdecktwerden vermindert vielleicht die Wahrscheinlichkeit von Wiederholungen.

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