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Kampf gegen den Tod im Öl

Erle 1998 läuft das Frachtschiff "Pallas" im nordfriesischen Wattenmeer auf Grund. 90 000 Liter Schweröl verseuchen die Nordsee. Tanja Regmann, seit 2003 Leiterin des Jugendhauses Erle, sieht die Fernsehberichte, fackelt nicht lange.

Kampf gegen den Tod im Öl

<p>Tanja Regmann in Aktion bei einem ihrer vielen Einsätze.</p>

Die heute 33-Jährige sammelt Schaufel und Regenzeug, fährt mit Freunden auf die Insel Föhr. Dort erwartet die engagierte Rekenerin ein grausiges Bild: Das Gefieder von 12 000 Seevögeln, meist Eiderenten, ist ölverschmiert. Die Tierschützer beginnen, die Vögel zu waschen, die Schnäbel müssen mit Zahnbürsten gereinigt werden. Und sie schaffen es, viele der Vögel wieder aufzupäppeln. Das war die Geburtsstunde des Projekts "Blue Sea" zum Schutz der Meere.

"Blue Sea"

Jetzt, neun Jahre später, ist Blue Sea ein Verein. Tanja Regmann hat nicht nur viele Einsätze dieser Art hinter sich, sondern ihr wurde eine besondere Ehrung zuteil: Für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz erhielt sie am vergangenen Donnerstag in Berlin die Auszeichnung "Goldene Bild der Frau" - eine Ehrung, die mit einem Preisgeld in Höhe von satten 10 000 Euro verbunden ist. "Zum ersten Mal wurde unser Engagement von menschlicher Seite anerkannt", freut sich Tanja Regmann.

Doch auch in der "Heimat" ging die Ehrung natürlich nicht spurlos an der Jugendhaus-Leiterin vorüber: Am Dienstagnachmittag überreichte Raesfelds stellvertretender Bürgermeister Hans-Dieter Strothmann einen Blumenstrauß. Tanja Regmann ist zurzeit wieder viel auf Achse, denn im Winter häufen sich wegen der vielen Stürme Havarien. Vor zwei Wochen beispielsweise verlor ein Bananenfrachter vor Norden-Norddeich Motoröl. "Wir haben etwa 60 ölverschmierte Vögel, hauptsächlich Trauerenten, Trottellummen und Tordalken, aus dem Wasser gefischt. Die mussten zunächst gereinigt werden."

Mit den 10 000 Euro Preisgeld hat der Verein, in dem Regmann 2. Vorsitzende und Bruder Sascha 1. Vorsitzender ist, zwei Hundehaartrockner angeschafft. Damit wird das Gefieder der Vögel getrocknet, so dass die Tiere möglichst schnell wieder in die freie Wildbahn entlassen werden können. Am Wochenende geht es wieder Richtung Nordsee. "Nächster Wunsch von uns sind mobile Pools, die wir zu den Einsätzen mitnehmen können", erläutert Tanja Regmann. Ansonsten benötigt der Verein das Preisgeld zur Deckung der Kosten. "In Herne haben wir ein kleines Büro und einen Bulli. Mit dem Geld können wir wohl in den nächsten zwei Jahren unsere Kosten decken", erläutert die Rekenerin.

Europa-Tour

Regmann wurde kürzlich zur offiziellen Fachberaterin des Havariekommandos Niedersachsen bestimmt. Eine Zentrale für von Havarien betroffene Wasservögel soll in der Seehundaufzuchtstation in Norden eingerichtet werden. Dort, erläutert Regmann, würden die speziell Tierpfleger ausgebildet. Aber Tanja Regmann und Bruder Sascha werden weiter mobil durch Europa tingeln, um Wasservögel vor dem Öltod zu bewahren: "Jeder einzelne Vogel hat es verdient zu leben." big

Spenden: Project Blue Sea e.V., BLZ: 432 500 30 (Sparkasse Herne), Kto.-Nr.: 23366

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