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Stadt Dorsten weist Kritik der Eltern zurück

Kinderboom sorgt nicht für zu volle Grundschulklassen

Dorsten Eltern in Dorsten sind besorgt. Sie beklagen übervolle Grundschulklassen, weil die Stadt den Schülerboom nicht erkannt und stattdessen Schulen aufgelöst habe, sagen sie. Diese Annahme ist falsch, sagt die Stadt.

Kinderboom sorgt nicht für zu volle Grundschulklassen

Dorstens Grundschulklassen sind nicht zu voll, sat die Stadt. Foto: Foto: dpa

In einem Schreiben an die Redaktion schildern zwei Mütter, welche Auswirkungen die politischen Entscheidungen für die Kinder in Dorsten aus ihrer Sicht haben. Sie kritisieren die Schließung der Wichernschule, weisen auf vergebliche Proteste der Eltern hin und werfen der Stadt vor, dass sie „ersichtliche Schülerzahlentwicklungen, wie von Bildungsforschern für die kommenden sieben Jahren prognostiziert“, übersehen hätte. Schuldezernent Lars Ehm gibt Antworten zu Fragen.

Wie viele Plätze gibt es in Grundschulen, wie viele Kinder stehen dem gegenüber? Es gibt in den Grundschulen rund 800 Plätze pro Jahrgang, bis zuletzt jeweils um die 600 i-Männchen.

Wer bestimmt, wie viele Kinder eine Klasse besuchen dürfen und was sind die Kriterien für die Klassenfrequenzen? Grundsätzlich gilt, dass bei der Einschulung maximal 28 Kinder pro Klasse von den Schulleitungen aufgenommen werden dürfen. Wenn danach Klassen anwachsen, hat das individuelle Gründe: Zuzüge, Zurückstufungen von Kindern, Schulwechsel. Aus denselben Gründen können Klassen kleiner werden. Auf solche Entwicklungen können weder die Stadt als Schulträger noch die Schulleitungen Einfluss nehmen.

Die beiden Mütter beklagen „überfüllte Klassen mit der gesetzlich zulässigen Höchstgrenze von 29 Kindern“, sie weisen auf die Klagen der Grundschulen über „massive Raumnot“ hin. Was gibt es aus Sicht der Stadt dazu zu sagen? Der Rat der Stadt beschließt jährlich unter Berücksichtigung des Elternwillens und der tatsächlichen Anmeldungen, wie viele Klassen an den einzelnen Schulen gebildet werden (Zügigkeit). Dabei ist der Rat nicht frei, da vom Land NRW je 23 i-Männchen (Frequenzrichtwert) pro Klasse genehmigt sind. Die Landesvorgabe und nicht die Zahl der vorhandenen Räume begrenzt die Zahl der möglichen Klassen.

Wie sieht die Situation in den Grundschulklassen zu Beginn des Schuljahres 2018/19 im Sommer aus? Eine Hochrechnung (Stand Anfang Februar 2018) aus den bereits vorliegenden Anmeldungen, dem aktuellen Stand in den Schulen und bekannten Veränderungen zeigt, dass nach den Sommerferien 2501 Kinder in Dorsten 103 Grundschulklassen besuchen werden, dies entspricht einer Klassenfrequenz von durchschnittlich 24,3 Kindern.

Darunter gibt es aber sieben Klassen in verschiedenen Jahrgängen (2. bis 4. Jahrgang) mit 29 oder 30 Kindern an der Albert-Schweitzer-Schule, an der Augustaschule, an der Pestalozzischule und an der Wittenbrinkschule.

Die Stadt hat auf Basis des Schulentwicklungsplanes die Schullandschaft „bereinigt“, zum Beispiel, indem sie die Wichernschule im Ortsteil Hervest zum Auslaufmodell erklärt hat. Wie passt das zu einer weiter wachsenden Bevölkerung, Generationenwechsel in Siedlungen und neu entstehenden Wohngebieten? Die schulpolitischen Entscheidungen der letzten Jahre hat der Rat der Stadt Dorsten nach zumeist intensiver Diskussion mit Mehrheiten getroffen. Aktiv durch politischen Beschluss geschlossen wurden bislang lediglich die „kleine“ Agathaschule auf der Hardt und nach der Zusammenlegung mit der Grünen die Blaue Schule in Barkenberg.

Die Johannesschule konnte nicht mehr weiter bestehen, nachdem viele Eltern dort ihre Kinder abgemeldet hatten. Für den Fortbestand der Wichernschule hat in einem Ratsbürgerentscheid keine ausreichende Mehrheit gestimmt. Noch um das Jahr 2000 herum (damals noch mit der Agatha-Filialschule, der Johannes- und der Wichernschule) konnte das System über 1000 Kinder aufnehmen. Im kommenden Schuljahr wird der dritte Jahrgang mit 654 Kindern der größte Jahrgang in Dorsten.

Mit ihren Beschlüssen aus 2017 hat der Rat die mittelfristige Entwicklung der Schullandschaft in Dorsten beschlossen. Ist damit in Dorsten jetzt alles paletti oder muss nachjustiert werden? Mittelfristig ist die Stadtverwaltung Dorsten davon überzeugt, dass die aktuelle Schulentwicklungsplanung den Herausforderungen genügt.

Was gibt es aus Sicht des Schuldezernenten zu sagen? Dorsten verfügt über ein gutes, ausreichendes und zugleich wirtschaftlich angemessenes Grundschulsystem. Die Zahlen belegen, dass Kinder in Dorsten überwiegend in überschaubaren Klassen und ausreichenden Räumlichkeiten unterrichtet werden.

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