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Landwirt furchtbar verprügelt

DORSTEN „Hätte ich nicht zwei Pullover und meine Bomberjacke angehabt, wäre ich wahrscheinlich tot gewesen!“ Sichtlich aufgebracht war der Zeuge über die Tat des 19-jährigen Dorstener Angeklagten, der sich am Mittwoch vor dem Jugendschöffengericht zu verantworten hatte.

Dem im sächsischen Freital geborenen Arbeitslosen wurde zur Last gelegt, im Februar diesen Jahres gemeinsam mit mindestens fünf weiteren Tätern einen 26-jährigen Landwirt überfallen und ausgeraubt zu haben. Bei einer Geburtstagsfeier im Treffpunkt Altstadt war es zu Auseinandersetzungen zwischen dem Landwirt, der sich öffentlich als NPD-Mitglied präsentierte und lautstark den Satz „Ich bin stolz auf mein Land“ äußerte sowie mehreren ausländischen Mitbürgern gekommen. Im Anschluss an die Feier folgte dann eine handfeste Auseinandersetzung auf dem Schulhof der St. Agatha Grundschule.

Etwa 35 Schläge und Tritte hatte das Opfer einzustecken, ehe die Täter von ihm abließen. Der Angeklagte, der als einziger von der Polizei gestellt werden konnte, gab an, selbst „nur zwei bis drei“ Mal auf den Geschädigten eingetreten zu haben, als dieser ausländerfeindliche Parolen gebrüllt habe. Der Landwirt und sein Nebenkläger indes stellten diese angeblichen Parolen als „ganz normale politische Diskussion“ dar: „Solche Märchen würde ich niemals von mir geben.“ Allerdings bestritt der Zeuge nicht, den Hitlergruß gezeigt zu haben, als die Polizei zur Verfolgung der Täter anrückte: „Ich war geschockt und habe nicht nachgedacht.“ Ein zunächst eingeleitetes Verfahren gegen den Zeugen wurde wenig später wieder eingestellt.

Richterin Elisabeth Hinkers verurteilte den angeklagten 19-Jährigen, dem letztlich „nur“ die besagten zwei bis drei Tritte nachgewiesen werden konnten, schließlich zu einem dreiwöchigen Dauerarrest und zu 60 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Für den mehrfach wegen Körperverletzung vorbestraften Angeklagten besonders bitter: Aus dem Plan, sich bei der Bundeswehr zu verpflichten, wird wohl nichts. 

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