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Mathematik als abendfüllendes Programm

WULFEN Gesamtschulleiter Johannes Kratz hatte sich vorgenommen, aus der trockensten, abstraktesten Wissenschaft, der Mathematik, einen unterhaltsamen Zweieinhalb-Stunden-Abend zu machen. Und das Experiment glückte.

Mathematik als abendfüllendes Programm

Die Schüler hatten ihren Spaß an den illuminierten, geometrischen Figuren.

Zwar blieb die Zahl der Schüler im Forum der Gesamtschule überschaubar, dafür waren umso mehr Lehrer und auch einige Eltern am Freitag im Auditorium anwesend. Im „Jahr der Mathematik“, das derzeit begangen wird, konnten sie sich an mehreren Stationen der bedingungslosen Exaktheit der Wissenschaft vergewissern.

Es gab einen Psycho-Thriller um einen Mathematiker und es gab „allerlei optischen Mummenschanz“, wie Johannes Kratz in seiner Begrüßungsrede ankündigte. Der Schulleiter, natürlich selbst Mathematiker, setzte farbig illuminierte Geometrie-Modelle ins Szene. Auf dem Laptop konnten die Besucher eine Tour durch ein virtuelles Museum für mathematische Instrumente unternehmen, während nebenan großformatige Thesen zum Stellenwert der Mathematik aushingen. Der britische Mathematiker Godfrey Harold Hardy etwa konstatierte bereits vor fast hundert Jahren: „Das entscheidende Kriterium ist Schönheit, für hässliche Mathematik ist auf der Welt kein beständiger Platz.“ Dass Mathe aber auch Spaß machen kann, dass man lockere Spiele mit Zahlen betreiben kann, zeigte die Station mit der unendlichen Zahl Pi: Wessen Ziffernfolge des eigenen Geburtstags dem Komma nach der Ziffer 3 am nächsten kam, konnte etwas gewinnen.

Dem Schreiber dieser Zeilen rechnete der Computer zwar nur die 920 246ste Nachkommastelle aus, weit abgeschlagen konnte er dann aber doch wieder lachen und zwar über den Mathematiker-Witz, der am Freitag die Runde machte: Ein Mathematiker sieht zwei Menschen einen leeren Raum betreten, drei kommen aber wieder heraus. „So“, sagt sich der Mathematiker“, „jetzt muss aber noch einer in den Raum gehen, damit der wieder leer ist.“

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