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Psychiater als "Lügenbold" beschimpft

DORSTEN Ein 81-jähriger Dorstener lässt nicht locker. Er kämpft für das, was er für sein Recht hält. Dabei ist er allerdings so weit über das Ziel hinaus geschossen, dass er nun wegen Bedrohung auf der Anklagebank sitzt.

Nach Auffassung ist der Staatsanwalt ist der Mann psychisch krank und sollte in der Psychiatrie untergebracht werden. Alles begann im Jahre 2000 mit Nachbarschaftsstreitigkeiten wegen einer Überbauung der Grundstücksgrenze.

Mit zwei Zivilverfahren vor dem Amtsgericht Dorsten war die Sache juristisch eigentlich beendet, für den Dorstener aber noch lange nicht zu Ende. 8200 Euro Ordnungsgeld sollte er zahlen. Doch als im März 2007 der Gerichtsvollzieher vor der Tür des Beschuldigten stand, weigerte er sich nicht nur zu zahlen, sondern auch, eine eidesstattliche Versicherung abzugeben.

Der Gerichtsvollzieher zog einen Haftbefehl aus der Tasche. Doch in die JVA – eine Abkürzung die der Beschuldigte im Prozess als „Jugendvergnügungsanstalt“ übersetzte – wollte der Dorstener den Vollzugsbeamten erst recht nicht begleiten. Die Polizei wurde hinzugezogen. dann legte der Rentner richtig los.

Der Beschuldigte wehrte sich mit Händen und Füßen, soll einen Beamten getreten und den Gerichtsvollzieher beleidigt haben. „Ich habe mich nur gegen die Freiheitsberaubung gewehrt“, rechtfertigt sich der Dorstener. Sein Verteidiger Burkhard Benecken verlas zu Beginn des Prozesses eine Erklärung seines Mandanten. Danach habe der 81-Jährige eingesehen, dass das Urteil des Amtsgerichts Dorsten rechtskräftig ist und er sich nicht korrekt verhalten habe.

Das alles habe ihn bis Mitte 2007 verfolgt. Doch dass dies nur ein Lippenbekenntnis war, zeigte der Fortgang des Prozesses. Im vergangenen Herbst warf er dem Psychiater Dieter Oswald, der ihn begutachten sollte, vor, er stecke mit den „Richtern des Amtsgerichts unter einer Decke“ und solle von ihm nur „mundtot“ gemacht werden.

Der 81-Jährige bezeichnete noch im März in einem Brief an eine Dorstener Richterin den Psychiater als „paranoiden Lügenbold“ und drohte, die Richterin und zwei ihrer Kollegen zu erschießen. „Wäre es Ihnen Ihre Freiheit wert, auch zur Pistole zu greifen?“, fragte Richter Assenmacher den Beschuldigten. Die Antwort lautete: „Notfalls. Das heißt im Falle der Not. Das ist Notwehr, keine Straftat“. Der Prozess wird fortgesetzt.

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