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Quartett ging bei Kerzenschein auf barocke Klangreise

Dorsten "Bei diesen Lichtverhältnissen wird es nicht einfach sein, den Programmablauf zu lesen, lassen sie sich darum besser ganz von ihren Ohren leiten", hieß es als Anmoderation zum "Konzert bei Kerzenschein" am Sonntagabend in der Martin-Luther-Kirche.

Beim Schein von über 100 Kerzen erklang vor rund 100 neugierig lauschenden Besuchern das Konzert der Remscheider Formation "Concertino Nuovo". Auf Nachbauten von akustischen Instrumenten des 17. Jahrhunderts spielte das Quartett in Holsterhausen vor allem die Kammermusik des Barock.

Im feierlich besinnlichen, aber auch romantischen Ambiente der, wie zur Entstehungszeit der vorgetragenen Musik, nur schwach beleuchteten Kirche entfalteten Cembalo (gespielt von Jan Marc Reichow), Sopran- und Altblockflöte (Carola Enke-Gregull) und Diskant- bzw. Bassgambe (Brigitte Gerling-Halbach, Eva Heydasch) ihren eigenen klaren, brillanten Klang.

Reich verzierte Werke

Gamben, vier- bis siebensaitige Streichinstrumente, gehören zu den prägenden Instrumenten der Barock-Epoche. Gemeinsam mit der prasselnden Perkussivität des Cembalos bilden sie die Basso continuo- oder Generalbassbegleitung für die hörbar reich verzierten Werke mit ihren scheinbar gegeneinander verlaufenden aber doch ineinandergreifenden Melodiebögen.

Sonaten und mehr

Die Stücke bewegten sich durch sämtliche Gefühlslagen zwischen majestätisch-schreitend über dramatisch-flehend bis hin zu lebhaft-beschwingt. Die musikalische Zeitreise mit Komponisten wie Giovanni Paolo Cima über Alessandro Stradella bis hin zu Antonio Vivaldi und Baldassare Galuppi erstreckte sich hörbar vom Frühbarock (um 1600) bis hin Rokoko (um 1740).

Neben in der hauptsächlich vorgetragenen Sonaten in der Quartettbesetzung boten die Remscheider auch Canzoni von Girolamo Frescobaldi, ein Solostück für Cembalo von Domenico Scarlatti, einem Zeitgenossen Johann Sebastian Bachs, und eine eindrucksvolle Sonate ohne Flötenstimme, ein Spätwerk von Isabella Leonarda.

Mit informativen und unterhaltsamen Erklärungen zu Werken und Komponisten zeichnete das Quartett einen vom Publikum dankbar aufgenommenen roten Faden für das Konzert. Nach über einer Stunde erntete "Concertino Nuovo" viel verdienten Applaus. KGö

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