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Rundgang durchs Verwaltungsgebäude

Rathaus soll unter Denkmalschutz gestellt werden

Dorsten Dorstens Rathaus ist ein "Sahnestück". Das sagen Architekten und Denkmalschützer. Es soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Ratsmitglieder konnten beim Rundgang am Dienstag nur staunen, als ihnen Besonderheiten der Baukunst der 1950er-Jahre präsentiert wurden.

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Die konkave Bauweise des Rathaushaupteinganges ist in Richtung Lippe und Altstadt ausgerichtet und steht sinnbildlich für die Exekutive, die hier ausgeübt wird.

Denkmalschutzwürdig: das Treppenhaus im Rathaus.

Ein typische Rathausflur mit seinen Oberlichtern und seiner stringenten Liniienführung gilt als Musterbeispiel für eine herausragende Architekturkunst der 50er-Jahre.

Auch der Ratssaal besticht durch seine Schlichtheit, weist aber kunstvolle Einzelheiten wie Decken, Böden und Fenster auf, die miteinander harmonieren.

Die im Planungsamt angesiedelte Denkmalschützerin Anke Platte und Planungsamtsleiter Marc Lohmann verdeutlichten interessierten Ratsmitglieder, warum das Rathaus an der Halterner Straße ein Zeugnis herausragender architektonischer Kunst seiner Zeit ist. Übrigens: Die Entscheidung über den Denkmalschutz trifft der Rat im November. Die zuständige Denkmalschutzbehörde ist die Stadt Dorsten. "Sie hat die Hoheit im Verfahren und kann selbst den Landschaftsverband überstimmen", sagte Lohmann den Politikern.

Das Gebäude

Das Haus wurde nach einem Architekturwettbewerb, den Hein Stappmann und Karl-Hein Schwirtz aus Krefeld gewannen, von den beiden Architekten entworfen und 1955 eröffnet. Zum Ensemble gehören neben dem Hauptkomplex an der Schnittstelle zwischen Altstadt und Wulfen und Hervest und Holsterhausen an der Halterner Straße neben dem viergeschossigen Hauptgebäude zwei zweigeschossige Flügel sowie die ehemaligen Stadtbibliothek, das heutige Baumhaus und die Bedienstetenwohnung. Die konkave Bauweise mitten im Grün empfängt den Besucher mit "offenen Armen" und steht symbolisch für die Gewaltenteilung, "auch wenn im Haus nur die Exekutive vertreten ist", wie Bürgermeister Tobias Stockhoff im Umwelt- und Planungsausschuss sagte. 

Architektonisch besonders ist die Klinkerfassade, ein Zeugnis ihrer Zeit, die schwerelos anmutenden Bedachungen vor den Eingängen und als Zwischenglied zwischen Baumhaus und Rathausanbau. Innovativ für ihre Zeit ist die Skelettbauweise, der Verzicht auf eine tragende Außenfassade. Stattdessen wählten die Architekten eine innenliegende Tragkonstruktion. Die Verwaltungsräume sind wegen dieser Bauweise variabel gestaltbar.

Das Treppenhaus

Einzigartiges Zeugnis der 1950er-Jahre ist zudem das Treppenhaus im Hauptgebäude. Einer Spindel gleich schwingt es sich anmutig von unten nach oben. Die Formensprache ist elegant, leicht und luftig, eine Sprache, die in allen Teilen des Hauses spürbar ist.

Die Flure

Geradlinig und schnörkellos bieten sich die Gänge zu den Büros dar: Oberlichter sorgen für Beleuchtung, die Bodenfliesen markieren den Weg zu den Büros. Die einfache Struktur und Formensprache sorgen dafür, dass sich der Besucher sofort zurechtfindet. 

Der Ratssaal

Auch im Ratssaal steckt nach Meinung der Experten schützenswerte Baukunst, die sich in den Holzböden, der Holzdecke und den Fensteröffnungen widerspiegelt.

Das sagen die Politiker

Die Politiker zeigten sich beim Rundgang in weiten Teilen erstaunt, welche Scbhätze das Rathaus bietet, in  dem sie teilweise seit Jahren ein und aus gehen. "Das hab ich ja gar nicht gewusst" war eine der typischen Reaktionen auf die ausführlichen Erklärungen, die Planungsamtsleiter Marc Lohmann und Denkmalschützerin Anke Platte beim Rundgang am und im Haus lieferten. Es gab aber durchaus auch kritische Stimmen, die spontan sagten: "Was, die ollen Bedienstetenwohnungen sollen auch unter Schutz gestellt werden".

Das sagen die Bürger

Die Diskussion wurde jetzt durch die Politik angestoßen. Der Rat wird noch in diesem Jahr darüber entscheiden, ob das Rathaus unter Denkmalschutz gestellt werden soll. 

Wer seine Meinung dazu äußern möchte, hat online an dieser Stelle die Möglichkeit dazu oder kann einen Leserbrief schreiben: Dorstener Zeitung, Redaktion, Südwall 27, 46282 Dorsten, Fax: (02362) 927719.

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