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Prozess am Landgericht Essen

Schulhof-Angriff: Nachbarin hörte Schreie

Dorsten/Essen Für die unfassbare Bluttat vor der Dorstener Pestalozzi-Schule gab es eine Ohrenzeugin. Eine Nachbarin hatte den lauten Schrei einer jungen Frau gehört – aber sich nichts dabei gedacht.

Schulhof-Angriff: Nachbarin hörte Schreie

Auf dem Schulhof der Pestalozzi-Schule geschah die schreckliche Tat. Foto: Foto: Claudia Engel

Es war der 4. September 2017, gegen 22.30 Uhr, als auf dem Schulhof ein 17-jähriges Mädchen fast ermordet wurde. „Ich habe einen lauten Schrei gehört“, sagte eine Nachbarin am Donnerstag im Prozess vor dem Essener Landgericht. Ungewöhnlich sei ihr das aber nicht vorgekommen. „Auf dem Schulhof sind oft Jugendliche“, sagte sie den Richtern. „Und da wird auch manchmal geschrien.“

Hund hat gebellt

Erst als dann auch noch ein Hund gebellt habe, sei sie neugierig geworden und ans Fenster gegangen. „Da habe ich dann einen jungen Mann gesehen, mit Kapuzenpulli.“ Das seien aber nur Bruchteile von Sekunden gewesen. „Was mir aber in Erinnerung geblieben ist: Irgendwie waren an seiner Kleidung weiße Streifen.“ Dass etwas Schreckliches passiert sein könnte, habe sie aber auch da noch nicht für möglich gehalten. Erst als sie am nächsten Tag von der Tat gelesen habe, habe sie sich bei der Polizei gemeldet.

Eine andere Nachbarin war dem 20-jährigen Angeklagten sogar unmittelbar vor dem beinahe tödlichen Angriff begegnet. Sie kam vom Elternabend, war auf dem Weg zu ihrem Auto. „Mir kam ein Mann entgegen – das war irgendwie komisch“, sagte sie als Zeugin vor Gericht. Ihr selbst sei damals mulmig zumute gewesen. „Ich habe mit dem Handy sogar noch mal nach hinten geleuchtet, um zu gucken, ob er mir folgt.“

Aussage der Notärztin

Unter die Haut ging die Aussage der Notärztin, die dem 17-jährigen Opfer wohl das Leben gerettet hat. „Ich habe über 10.000 Einsätze gefahren“, sagte die Ärztin als Zeugin vor dem Essener Landgericht. „Aber so etwas hatte ich noch nicht gesehen.“ Die 17-Jährige habe schwerste Schnittverletzungen im Gesicht gehabt, alles sei voller Blut gewesen.

Die Augen seien völlig zugeschwollen gewesen, eine Pupille war größer als die andere. „Ich hatte größte Sorgen, dass sie ein Schädelhirntrauma davongetragen hat und dass die Lunge getroffen worden ist.“ Trotzdem sei die 17-Jährige noch bei Bewusstsein gewesen. „Sie wollte etwas zu trinken haben, aber ich konnte ihr nichts geben“, sagte die Ärztin leise. „Und dann hat sie noch gefragt, ob alles wieder gut wird.“

Die Jugendliche war damals sofort in ein künstliches Koma versetzt worden. „Wir konnten nicht riskieren, sie wach zu transportieren.“ Dann ging es mit dem Rettungswagen nach Recklinghausen. Dort wurde sofort operiert. „Der Hubschrauber hätte zu lange gedauert.“ Die Straßen waren von einem vorausfahrenden Wagen geräumt worden, um keine Zeit zu verlieren.

Als die Notärztin die Jugendliche am Donnerstag im Gerichtssaal erstmals wiedersah, war ihr die Freude direkt anzusehen. „Ich bin froh, Sie so zu sehen“, sagte sie, noch bevor ihre Vernehmung richtig angefangen hatte.

Der 20-jährige Angeklagte hat bereits gestanden, am späten Abend des 4. September 2017 auf eine Freundin eingestochen zu haben, die offenbar in ihn verliebt war. Vor Gericht behauptet er allerdings, dass er von seiner ebenfalls angeklagten Ex-Partnerin zu der Tat angestiftet worden ist – was sie bestreitet. Die Anklage lautet auf gemeinschaftlichen Mordversuch.

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