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"Die Schatten" feierten Premiere

„Schwere Kost in erfrischender Neuinszenierung“

Dorsten "Es ist eine gesunde Nervosität, damit es gut wird", antwortete Romy Feiertag auf die Frage, wie sie sich unmittelbar vor ihrem Auftritt fühlt. Sie und acht weitere Jungschauspieler zwischen 13 und 16 Jahren führten am Samstagabend in der Aula des Petrinums das Stück „Leonce und Lena“ auf.

„Schwere Kost in erfrischender Neuinszenierung“

"Wo ist meine Hose?" Nachdem diese gefunden war, gab der zerstreute König bekannt, dass sein Sohn Leonce heiraten wird.

Für die Kinder- und Jugendtheatergruppe des Cornelia-Funke-Baumhauses, „Die Schatten“, war es die Premieren-Vorstellung. Bevor der Bühnenvorhang zur Seite fuhr, stimmte der Ehrenvorsitzende des Baumhauses, Lambert Lütkenhorst, auf „schwere Kost in erfrischender Neuinszenierung“ ein. Für die Bearbeitung des Lustspiels von Georg Büchner und für die Regie ist Barbara Feldbrugge, Theaterpädagogin aus Dortmund, verantwortlich.

„Die Auseinandersetzung mit einem Klassiker stellt eine neue Herausforderung für die Schauspielgruppe dar. Das Thema der Befreiung von vorbestimmten Lebensläufen ist auch für Jugendliche in der heutigen Zeit aktuell.“ Georg Büchners „Leonce und Lena“ spielt im 19. Jahrhundert. Das Leben des Kronprinzen Leonce ist geprägt von Langeweile und Melancholie. „Ich habe eine entsetzliche Arbeit: Nichtstun.“ Seine Einstellung zur Liebe entspricht der zum Leben allgemein: „Eine sterbende Liebe ist schöner als eine werdende Liebe.“Als er von der von seinem Vater geplanten Hochzeit mit Prinzessin Lena erfährt, widersetzt er sich jedoch und verlässt das Schloss. Ebenso flieht Lena aus ihrer Heimat, um nicht mit einem Unbekannten verheiratet zu werden. Auf der Flucht treffen Leonce und Lena aufeinander und verlieben sich, ohne zu wissen, wer der andere ist. Nach zahlreichen Wirrungen fügt sich das Ganze zu einem Happy-End. Was wie eine romantische Komödie anmutet, entpuppt sich schnell als bissiges Gesellschaftsporträt.

Die Lächerlichkeit einer höheren Gesellschaft wird bloßgestellt, deren höchste Beschäftigung Müßiggang heißt. Der Autor blickt hinter eine oberflächliche Idylle. Büchner spielt mit Worten, Sätzen und Zitaten. Er schafft interpretatorische Freiräume und stellt dem Publikum die Aufgabe diese zu füllen. Die Theatergruppe „Die Schatten“ nahm die radikal modernen Grundthemen auf: Oberflächlichkeit, Überdruss und Weltekel. Die Schauspieler machten den Samstagabend zu einem Abend gegen gesellschaftliche Konventionen, gegen die Langeweile und Oberflächlichkeit. Mit subtiler Ironie werden die Charaktere entlarvt. Mit Witz wird ein groteskes Bild des königlichen Hofes gezeichnet. Moderne Musik zur Untermalung der Handlung unterstrich die zeitlose Aktualität des Stückes.

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