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Sex-SMS an eine Zehnjährige

Dorsten Den Gesichtern war es anzusehen: Leicht ist dem Jugendschöffengericht dieses Urteil nicht gefallen. "Wir hatten große Bauchschmerzen", gibt Richterin Lisa Hinkers zu.

Wegen versuchten sexuellen Missbrauchs von Kindern hatte das Gericht gerade einen 20-jährigen Angeklagten zu einem Jahr Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. Ein Blick auf die Vorgeschichte zeigt, warum diese Entscheidung so schwer fiel: Bereits 2004 war der Dorstener wegen sexuellen Missbrauchs in zwei Fällen verurteilt worden, verbüßte seine Strafe bis zum 5. Mai 2006 in der JVA Siegburg. Die Bewährungszeit für einen der beiden Fälle läuft erst am 9. Mai 2008 aus.

Im nun verhandelten Fall hatte der Dorstener im Sommer 2006 im Internet ein damals zehnjähriges Mädchen aus Aalen (Baden-Württemberg) kennen gelernt. Sie habe sich - nach Aussage des Angeklagten - für wesentlich älter ausgegeben.

Mehrere Anrufe

Das bestritt das Mädchen bei ihrer Aussage vor dem Amtsgericht Aalen am 25. Juli 2007. Sie hatte dem Dorstener 2006 in einem Chat-Room ihre Handy-Nummer mitgeteilt. Daraufhin hatte dieser mehrfach versucht, das Mädchen anzurufen. Als sie nicht reagierte, schickte er ihr eine Kurzmitteilung (SMS), in der er sie aufforderte, ihm ein Foto ihres Geschlechtsteiles zu schicken, dann würde er sie in Ruhe lassen. Das Mädchen ging nicht darauf ein, vertraute sich ihrer Mutter an, die die Polizei verständigte.

Im Rahmen der Verhandlung stritt der Angeklagte ab, das Alter des Mädchens gekannt zu haben. Erst als die Mutter einen Anruf entgegen nahm, will er davon erfahren haben. Darauf hätte er jeglichen weiteren Kontakt unterlassen. Er gab allerdings zu, die zweite SMS mit diesem Wortlaut geschickt zu haben.

Zahlreiche Auflagen

Das Jugendschöffengericht war sich sicher, dass der Dorstener das Alter des Mädchens gekannt habe. Dennoch rang es sich zu einer milden Bestrafung durch. Hintergrund sei, dass der Dorstener seitdem nicht mehr in Erscheinung getreten ist, mittlerweile eine Lehrstelle und eine gleichaltrige Freundin gefunden habe. Die Bewährungszeit wurde auf drei Jahre festgesetzt, eine zusätzlich Geldbuße von 1 800 Euro und einige ungewöhnliche Auflagen ausgesprochen. So ist es dem Dorstener in den kommenden drei Jahren untersagt, sich Kindern ohne Grund zu nähern sowie sich in der Nähe von Kindergärten, Spielplätzen oder Schulen aufzuhalten. "Ich werde dafür sorgen, dass das überprüft wird", so Hinkers. DM

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