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Kriminalität in Dorsten

So sicher war es in Dorsten noch nie

Dorsten Gefühlt leben die Bürger in unsicheren Zeiten. Aus Sicht der Polizei lässt sich das durch Zahlen aber überhaupt nicht belegen. Das besagt der jetzt veröffentlichte Kriminalitätsbericht für 2017. Die Kriminalität in Dorsten geht zurück.

So sicher war es in Dorsten noch nie

So sicher wie 2017 war es in Dorsten seit zehn Jahren nicht. Das besagt der Kriminalitätsbericht, den die Polizei jetzt für 2017 herausgegeben hat. Foto: Foto: Andreas Gebert / dpa

Die spektakulärsten Festnahmen eines jeden Jahres werden in der Kriminalitätsstatistik immer gesondert aufgeführt. So stellte die Polizei bei Wohnungsdurchsuchungen bei einem Mann aus Marl und seinem Sohn im April 2017 zahlreiche Armbanduhren und Schmuckstücke sicher, die auch aus Wohnungseinbrüchen in Dorsten stammen. Aber: „Dorsten ist eine vergleichsweise sichere Stadt“, sagt Kriminaldirektor Jürgen Häusler vom Polizeipräsidium Recklinghausen.

Laut des am Mittwoch vorgelegten Zahlenwerks für 2017 ist die Kriminalitätsentwicklung bei fast allen Delikten rückläufig. Die Zahl der Straftaten ging von 4847 in 2016 auf 4805 zurück – so wenig wie nie zuvor in den vergangenen zehn Jahren. Die Wohnungseinbrüche sanken um zehn Prozent auf 173, lagen damit aber immer noch höher als 2014 (151).

Jürgen Häusler weist darauf hin, dass Dorsten eine Kriminalitätshäufigkeitszahl von 6390 aufweist. Das ist die Zahl der bekannt gewordenen Fälle, bezogen auf 100.000 Einwohner. „Im Kreis liegt sie bei durchschnittlich 7126, in NRW bei 7677“, so Häusler. Die Aufklärungsquote stieg in Dorsten von 49,39 auf 52,53 Prozent an.

Insbesondere die Straßenkriminalität ging stark zurück, auf 1245 Fälle. Das hängt damit zusammen, dass immer weniger Autos aufgebrochen werden (nur noch 236 statt 418 im Vorjahr). Die Zahl der Fahrraddiebstähle stieg um 14 an, liegt mit 355 aber immer noch deutlich unter der der Vorjahre (2012: 885).

Leicht zurückgegangen ist die Zahl der Gewaltkriminalität (162 Fälle, von denen 114 eine schwere oder gefährliche Körperverletzung gewesen sind). Während sich die Diebstähle und die Raubfälle ebenfalls bei einem Zehn-Jahres-Tief einpendelten, ging es bei den Sexualdelikten leicht nach oben (57 auf 60). „Das hängt damit zusammen, dass verbale Beleidigungen und leichtes Anfassen nun auch dazu gezählt werden“, so Häusler.

Um 100 gestiegen ist die Zahl der versuchten Betrugsfälle. Denn: Es gibt eine neue Betrugsmasche. Die Täter geben sich gegenüber ihren Opfern am Telefon als Polizisten aus, fordern sie auf, ihr Eigentum in die sicheren Hände der Polizei zu übergeben.

Ein altbekanntes Problem hingegen sind Rauschgiftdelikte, sie stiegen von 136 auf 174 an. Auch hier gab es spektakuläre Festnahmen: Zwei Männer hatten 300 Gramm Kokain aus den Niederlanden geschmuggelt, inzwischen sind sie zu langen Freiheitsstrafen verurteilt worden.

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