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Spannende Entdeckung des Akkordeons

Folkwang-Akkordeon-Trio im Schloss

Lembeck Wie gut, dass es im Dorstener Konzertangebot trotz der finanziellen Schwäche noch Überraschungen gibt, die den Kreis der Interessenten sichert oder sogar noch erweitert. Das Konzert am Sonntagabend im Schloss Lembeck war ein solch exemplarisches Ereignis. Wer hätte das Akkordeon als hochwertiges Instrument für eine geeignete Konzertliteratur einschätzen können? Im Hamburger Hafenviertel hätte es eher einen geeigneteren Platz einnehmen können, als im Festsaal von Conrad Schlaun. Doch weit gefehlt! Die drei Solisten Grzegorz Stopa, Alexander Matrosov und Marko Kassl überzeugten sehr bald mit neuen Einsichten. Das Konzert begann mit einer «Sinfonia» zur Oper «Die Hochzeit des Figaro» von W.A. Mozart. Doch hier blieben grundsätzliche, vor allem akustische Probleme noch dominierend. Die außergewöhnliche Schärfe des Instrumentalklanges - und das gleich dreifach strapaziert - überdeckte den Charme der Musik. Damit hätte sich Mozart nicht einverstanden erklärt, obwohl er selbst für die Glasharmonika komponiert hat. Doch dieser akustisch-dynamische Missstand verlor sich sehr bald. Der Charme der Musik von Antonio Vivaldi, dessen «Jahreszeiten» weltweit als begehrte Komposition einen gesicherten Platz in der Beliebtheit der Hörer einnimmt, faszinierte spontan und machte neugierig auf den «neuen» Klang. Trotz eines grenzwertigen Tempos konnte man sich schnell daran gewöhnen, ja begeistern. Mit ihren kühnen Effekten interessierten die sympathischen Künstler mehr und mehr. Das gilt in besonderer Weise für zwei zeitgenössische Kompositionen von Makoto Nomura (Japan) und Jukka Tiensuu (Finnland). Ob es die akustisch dissonanzenreiche Umsetzung eines heftigen «Rosenkriegs» war oder die bemerkenswerten Klangverdichtungen, ja instrumentale technische Klangartistik: das Publikum war fasziniert und bedurfte keiner zusätzlichen Hörhilfe. Den Schluss des Konzerts bestimmten die «vier Jahreszeiten» von Astor Piazolla, die in ihrer dissonanten, themenbezogenen Fülle, aber auch in der leidenschaftlichen Emotionalität einen glanzvollen Abschluss sicherten. Der außerordentlich heftige Beifall galt als Dank für die Solisten, aber auch als Loslösung aus der Spannung des Konzertabends.

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