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Spielhallen-Räuber beleidigte Polizisten

Prozess

Aus Frust überfiel ein Schermbecker eine Dorstener Spielhalle und machte dort 1600 Euro Beute. Außerdem beleidigte er Polizisten. Vom Schöffengericht bekam er jetzt die Quittung dafür.

Dorsten

von Michael Klein

, 04.07.2018
Spielhallen-Räuber beleidigte Polizisten

Vor dem Schöffengericht in Dorsten musste sich ein Angeklagter wegen mehrerer Delikte verantworten. Foto: dpa © Foto: dpa

In einer Dorstener Innenstadt-Kneipe trank er ein paar Gläser Tequila, dann kehrte er in eine Spielhalle an der Klosterstraße ein. Nachdem er dort sein letztes Geld verdaddelt hatte, versuchte der 33-Jährige die Aufsicht des Ladens um 20 Euro anzupumpen. Vergebens. Was dann passierte, dafür hatte der Schermbecker nur eine Erklärung: „Ich hatte wohl Frust, weil ich kurz vorher arbeitslos geworden bin.“ So begründete er am Mittwoch im Zeugenstand des Schöffengerichts, warum er an dem Tag hinter die Ladentheke griff und die mit 1600 Euro gefüllte Geldtasche aus der Spielhalle mitgehen ließ.

Frau an der Hand verletzt

Für diesen Raub musste er sich nun also im Dorstener Amtsgericht verantworten. Außerdem soll er die Aufsichtsperson an dem Tag an der Hand verletzt haben, was er allerdings bestritt. Die 47-jährige Frau hatte sich dem Täter mutig entgegengestellt, als er mit der Beute flüchten wollte. Auf dem Video der Überwachungskamera, das im Gerichtssaal gezeigt wurde, ist zu sehen, dass es ihr kurzzeitig sogar gelungen war, dem Täter die Tasche zu entreißen. Ein Schlag auf ihr Handgelenk war aber nicht eindeutig zu erkennen - nur, dass sie beim Gerangel ihre Armbanduhr verlor.

Das Geld verbriet der Angeklagte nach eigenen Angaben nach einer anschließenden Fahrt nach Essen. „Da habe ich einer weiteren Spielhalle sogar 2000 Euro gewonnen, dann bin ich auf Shopping-Tour gegangen.“ Auch Drogen kaufte der regelmäßige Kokainkonsument von dem Gewinn.

Drogen beim Schützenfest

Drogen waren auch bei einem weiteren Vorfall im Spiel, in den der Mann verwickelt war. Die hatte er während des letzten Holsterhausener Schützenfestes auf der Toilette am Schützenzelt konsumiert, was den Mitarbeitern des Security-Dienstes auffiel. Sie hatten den Verdacht, der Schermbecker würde dort auch Stoff an Gäste verkaufen und holten die Polizei. Aus Ärger darüber, dass die Beamten ihn vor den versammelten Festgästen per Handschellen zum Streifenwagen geleiteten, beleidigte er die Polizisten aufs Heftigste. „Asoziale Kartoffeln“, war da noch der harmloseste Spruch.

Das Gericht verhängte schließlich eine Strafe von einem Jahr und vier Monate auf Bewährung - der Schermbecker Arbeitgeber des Angeklagten hatte in einer schriftlichen Erklärung um Milde für den Mitarbeiter gebeten, der nun auch seine Alkohol-und Drogenprobleme in den Griff zu bekommen scheint.

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