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In Zwischendecke

St. Ursula-Lehrer sollte Steinmarder am Petrinum jagen

DORSTEN Als ob nicht schon kurz vor dem Ende des Schuljahres genug Stress wäre. Aber nein, ausgerechnet kurz vor der Abitur-Feier sind gleich beide Dorstener Gymnasien involviert – weil unter dem Aula-Dach des Petrinums offensichtlich Steinmarder ihr Quartier aufgeschlagen haben.

St. Ursula-Lehrer sollte Steinmarder am Petrinum jagen

Sie sind possierlich anzusehen, machen aber ganz schön Dreck: Steinmarder haben es sich in einer Zwischendecke im Petrinum gemütlich gemacht und dürfen, weil sie unter Schutz stehen, zurzeit nicht gejagt werden.

Die Fakten: Ungewöhnliche Geräusche, Getrappel, auf jeden Fall irgendetwas Fremdes in der Zwischendecke der Aula des Gymnasiums Petrinum. Die beiden Hausmeister Boris Hüttermann und Thomas Grömping sind mit ihrem (Jagd)-Latein schnell am Ende und konsultieren einen Kammerjäger. Der stellt fest: „Das müssen Steinmarder sein und die fallen nicht in mein Gebiet. Dafür sind Jäger zuständig!“ Und nun kommt unter dem Petrinum-Dach St. Ursula ins Spiel. Denn der Hegeringleiter und natürlich aktive Jäger Michael Steentjes ist Lehrer des benachbarten Gymnasiums. Und dem sind die Hände bei allem Ärgernis über die unerwünschten Gäste gebunden. Denn bis Oktober hat der Steinmarder Schonzeit. Weil aber jetzt im Sommer gerade Hochzeits- und Paarungszeit der kleinen Nager ist, dürfen sich nicht nur nicht gejagt, sondern noch nicht einmal gefangen und umgesiedelt werden. Nachdem sich Steentjes die ganze unerquickliche und wegen des Marderkotes auch reichlich anrüchige Geschichte angesehen hat, sieht er nur einen Weg: „Wir werden jeweils an den möglichen Ein- und Ausgängen ein rohes Ei auslegen. Darauf sind die Jungs nämlich ganz heiß. Dann wissen wir wenigstens, wie sie in die Zwischendecke kommen.“ Es gibt verschiedene Möglichkeiten, so einen Steinmarder „zu stellen“. Beispielsweise tagsüber das Wachklopfen, denn die eigentlich eher niedlich wirkenden Zeitgenossen sind nachtaktiv und verträumen den hellen Tag.

„Aber“, so Steentjes, „klopfen Sie mal eine Fläche von 700 bis 800 Quadratmetern ab. Das wird nicht klappen.“ Bis Oktober allerdings haben die Marder Gesetzesschutz, erst dann kann und darf etwas passieren. Schüsse werden dabei ohnehin nicht fallen, denn der Bereich zwischen Lippe und Kanal ist sogenanntes „befriedetes Gebiet“, in dem nicht geschossen werden darf. Wolfgang Gorniak, Leiter des Gymnasiums Petrinum, wusste bis zum Anruf der Dorstener Zeitung überhaupt nichts von seinen tierischen Abituranwärtern: „Wir haben häufiger animalische Gäste, streunende Katzen beispielsweise, aber auch nette Nachbarn wie zahlreiche nistende Singvogel-Arten.“

Und der Petrinum-Chef nimmt den Besuch seines Kollegen von St. Ursula auch gleich zum Anlass, die zahlreichen positiven Aspekte zu erwähnen: „Bei aller Rivalität – wenn es nicht gerade um Marder geht, arbeiten wir intensiv zusammen. Vor geraumer Zeit konnten wir beispielsweise keinen Physik-Leistungskurs bei uns anbieten. Da hat uns St. Ursula intensiv unterstützt und Schüler von uns übernommen. Dank dieser Initiative gibt es heute bei beiden Schulen wieder Physik-LKs.“ Die Steinmarder werden sich weniger für „Kraft mal Weg“, also die physikalische Definition von Arbeit, interessieren. Die werden stattdessen das tun, was ihnen bis Oktober gesetzlich erlaubt wird: Sich vermehren und an Kabeln „vergehen“, die nicht bissfest sind.

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