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Gymnasium Petrinum

Stehende Ovationen für Theateraufführung

DORSTEN Ein bewegendes Stück führten die Abiturienten des Gymnasiums Petrinum auf. Die Zuschauer waren sprachlos.

Stehende Ovationen für Theateraufführung

Jona findet sein vermeindliches Glück in seinem neuen Job.

Es ist dunkel, das Licht flackert und dunkle Gestalten mit tiefen Augenringen betreten gespenstisch die Bühne – sie alle wollen das Gleiche: einen jungen Mann, der auf der Suche nach dem ewigem Glück ist. Dieses Szenario könnte aus einem schaurigen Horrorfilm stammen, doch es spielte sich am Montagabend in der Aula des Gymnasiums Petrinum ab. Die Theatergruppe, bestehend aus elf Abiturienten, die das Publikum seit vielen Jahren immer wieder mit tollem Theater überrascht, stellten das Stück „Ein Quantum Glück“ zum ersten Mal vor. Die zentrale Frage: Wie weit würde ein Mensch für sein persönliches Glück gehen? Der Autor ist keinesfalls ein bekannter und erfolgreicher Schriftsteller oder Dichter à la Shakespeare – es ist Tobias Amoriello.

In seinem selbst geschriebenen Stück spielt er die Hauptperson Jona, ein junger Mann, der vom Pech verfolgt wird, keine Hoffnung in sich trägt und einfach keinen Ausweg mehr findet. Begleitet wird das Schauspiel mit bewegender Musik von dem Pianisten Nico Knüfken, der den vielen Emotionen Ausdruck verleiht. Jonas Ehefrau Sara, gespielt von Nele Domogalla, wünscht sich ein Kind von ihm, doch diesen Wunsch kann er ihr nicht erfüllen, denn er ist zeugungsunfähig. Zudem hat er keine Kraft, sich eine Arbeit zu suchen, was schließlich auch seine Frau verzweifeln lässt.

Ein Quantum Glück

Die Gestalt Tossia (Katja Schlüter)
Jona wird von den Gestalten geknebelt und gefesselt.
Der Doktor (Jan Felix Dräger-Gillessen) verschreibt Jona die Glückspille.
Tobias Amoriello als Jona in der bewegenden Endszene.
Hannah-Marie Hesse spielte Jonas ehemalige Partnerin Sophie.
Der verrückt gewordene Jona in der Psychiatrie.
Das junge Mädchen Tossia taucht immer wieder in Jonas Albträumen auf.
Jona mit seinen Freunden Anders (Falk Jensen) und Daniel (Dominic Albers) bei einem Männerabend
Jona wird von den dunklen Gestalten gequält.
Jona findet sein vermeindliches Glück in seinem neuen Job.
Jona auf der Suche nach dem Glück
Jonas Frau Sara (Nele Domogalla) versucht zu helfen, doch auch ihre Kräfte schwinden.

Der vermeintliche Silberstreifen am dunklen Himmel: Eine Glückspille, die ihm Erfolg und Energie geben soll. Plötzlich scheint sich sein ganzes Leben zu verändern: Er findet einen Job in der Firma seiner Freunde und Sara offenbart ihm, dass sie schwanger ist. Das ersehnte Glück hat ihn endlich erreicht. Doch dieses währt nicht lang, denn in seinen Träumen suchen ihn dunkle Gestalten auf. Ein junges Mädchen in einem weißen Kleid und bleichem Gesicht, gespielt von Katja Schlüter, tritt zusammen mit weiteren Gestalten immer öfter in Jonas Leben und quälen ihn – Einbildung oder Realität? Szenenwechsel: Jona sitzt in einem weißen Kittel in einer Psychiatrie. All seine Freunde wenden sich von ihm ab und sagen, dass es das Beste ist, einander nicht mehr zu sehen. Der Doktor, welcher Jona zu der Wunderpille geführt hat, offenbart ihm, dass diese in Wahrheit lediglich ein Placebo-Präparat war, die Pille hatte also keinerlei Wirkung.

Seine Frau Sara hat ihn mit seinem Freund betrogen, er ist also nicht der Vater des Babys. Sein ganzes Leben bricht in sich zusammen und Jonas Suche nach ewigem Glück ist gescheitert. „Wir alle wollen das Glück finden, um jeden Preis. Auch wenn wir danach wieder fallen!“, sagt Tobias Amoriello bewegend und emotional, bevor er sich entscheiden muss: Leben oder Fallen? Das Stück geht unter die Haut und das Publikum ist sprachlos. Am Ende gibt’s jedoch stehende Ovationen und das haben sich die elf Schauspieler auch verdient, denn sie haben herausragendes Talent und Teamfähigkeit gezeigt.

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