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Premiere für neue Kabarett-Truppe

„Tintenhühner“ legten goldene Eier im Akkord

Dorsten Das Premierenprogramm der ersten Dorstener Kabarettgruppe war ein voller Erfolg. Das Publikum im ausverkauften Baumhaus gackerte am Samstagabend vor Freude. Es gibt jetzt sogar eine Zusatzveranstaltung.

„Tintenhühner“  legten goldene Eier im Akkord

„ Ich weiß nicht, was soll ich in Deuten ...“ Die Senioren Hans-Georg Karl (links) und Manfred Lauffs protestieren. (Foto: Anke Klapsing-Reich)

Stalltür auf und Bühne frei! Am Samstagabend verwandelte sich das Baumhaus in einen Hühnerhof. Erst flatterten die Nerven vor Lampenfieber, doch dann flatterten die Tintenhühner und -hennen selber voller Spielfreude über die Bühne und legten in ihrer Premierenaufführung für ihr gackerndes Publikum ein goldenes Ei nach dem nächsten ins Nest.

Das Motto: Altklug durch den Alttag

Als Moderator führte Bertold Hanck mal bissig-satirisch, mal humorvoll-heiter durchs vielseitige Programm, das die Tintenhühner von A (wie Ausstattung) über T (wie Texte und Technik) bis Z (wie sämtliches Zubehör) selbst ausgebrütet hatten. Der thematische Schwerpunkt drehte sich um den demografischen Wandel in unserer Stadt, daher auch der Titel des Programm „Altklug durch den Alttag“.

Auch die Akteure alterten sichtlich. Als die Rollatoren-Gang aus Barkenberg auf die Bühne rollte, mochte man nicht glauben, dass in der Rolle des griesgrämigen Stänkerers mit der feuchten Aussprache im wirklichen Leben Altbürgermeister Lambert Lütkenhorst steckte. Hut ab auch vor „Matta“, alias Lisa Ulfkotte, der immer wieder das Hörgerät verrutschte, während sie in ihrer Handtasche nach ihrem Gebiss fahndete. Dem Pizzaboten (Klaus-Dieter Krause) konnten die Oldies allerdings auch nicht so richtig den Weg durchs Barkenberger Labyrinth erklären: Er wird bis heute vermisst.

Pizzabote verirrt sich in Barkenberg

Wer wird Dorsten im Jahr 2026 als Bürgermeister regieren – eine attraktive Frau oder ein kompetenter Mann? Und dann wackelt auch noch der Sohn von Konrad Adenauer in die Szene. Er nimmt per Videoschaltung Kontakt zu seinem verstorbenen Vater auf, der in schönstem rheinischen Dialekt am himmlischen Rednerpult zum Volke spricht – eine Meisterleistung von Manfred Lauffs, der für seine gelungene Parodie Extra-Applaus erntete.

Die Videoeinspielungen, zwischen den einzelnen Auftritten, von Hans-Georg Karl aufgenommen und umgesetzt, lockern auf. So können die Zuschauer per Liveschaltungen zu dem Reporterteam am Rathaus mitverfolgen, wie sich die terroristische Geiselnahme im Rathaussaal entwickelt und schließlich auflöst. Ja, in Dorsten ist so einiges los und im Wandel. Nicht nur jenseits der Lippe, sondern auch im Zentrum. Da wird nämlich „Mitte“ gemacht, wie die beiden Hardter Seniorinnen auf dem Georgplatz bei einem Gläschen Eierlikör erklären. Eine Paraderolle für die bühnenerfahrenen Beate Robert und Anne Pitz-Fleischer, die mit intuitivem Gespür, gekonnter Mimik und Gestik die Pointen punktgenau platzieren.

Deuten wird an die Autobahn angeschlossen

Welcher Ortsteil darf für sich nun wirklich das Recht in Anspruch nehmen, der älteste zu sein – Rhade oder Lembeck? Frau Ulfkotte aus Altendorf klärt auf. Und wer hätte gedacht, dass das kleine Deuten schon bald an die Autobahn angeschlossen werden sollen, wo es doch gar keine eigene Raststätte hat?

Mit ihrer Hymne zu bekannten Melodie (begleitet von Jochen Rudolph am Keyboard) machten sich die Tintenhühner schließlich stilvoll vom Acker: „Ich wollt, ich wär ein Tintenhuhn...“

Die zweite Veranstaltung (13.11.) ist ausverkauft. Doch wegen der großen Nachfrage gibt´s eine dritte Aufführung am 27.11. .
Karten (5 Euro) gibt es ab Dienstag in der Stadtinfo, Recklinghäuser Straße.

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