Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige

Jagdaufseher bittet Landwirte um Hilfe

Unruhe soll Rehkitzen das Leben retten

Lembeck/Rhade Anfang Mai werden die ersten Rehkitze geboren. Gleichzeitig beginnt im Mai auch die Grasernte. Ein Konflikt, denn viele Kitze werden von Mähmaschinen tödlich verletzt. Jagdaufseher Frank Heitmann kennt jedoch eine lebensrettende Methode für den Wildnachwuchs. Dazu müssen sich die Landwirte nur rechtzeitig bei dem Jagdpächter melden.

/
Bei Gefahr drücken sich die Rehkitze tief ins Gras und sind kaum zu sehen.

Jagdaufseher Frank Heimann (l.) und Alfons Meismann rufen die Landwirte auf: Bevor die Wiesen gemäht werden mögen sie dafür sorgen, dass keine Kitze im Gras liegen.

Einfach und effektiv sei die Methode, den frisch geborenen Kitzen das Leben zu retten. "Wir bringen in der Nacht vor dem Mähen Unruhe in den Abschnitt", erklärt Frank Heitmann, Jagdaufseher im Revier Lembeck I. Dies geschieht mit einer Wildscheuche, Warnlaternen mit Blinklicht und raschelnden Plastiksäcken.

Wildscheuche Doch das Ganze funktioniert nur, wenn der Jagdpächter rechtzeitig informiert wird. "Wir hatten extra zu einer Information auf dem Hof von Jagdpächter Hülsdünker eingeladen", sagt Jagdaufseher Heitmann. Dort wurde den Landwirten das Prinzip erklärt. Angeschafft hat die Geräte der Jagdpächter. Jetzt bittet Heitmann die Landwirte noch einmal nachsrücklich darum, sich um den Schutz der Kitze zu kümmern. Äußerst effektiv sei die Wildscheuche - ein Gerät, das einen Ton erzeugt. Beunruhigt durch Geräusche und Lichteffekte lockt die Ricke ihre Kitze aus den unruhigen Bereichen. "Das muss in der Nacht vor dem Mähen geschehen", sagt Jagdaufseher Heimann. In der Dämmerung werden die Geräte aufgestellt und in der Nacht bringt sich das Wild in Sicherheit.

Durch die rasante Entwicklung bei den Erntemaschinen haben die Tiere kaum eine Chance. Die Graserntemaschinen fahren während ihres Einsatzes mit Geschwindigkeiten von 20 km/h über Felder und Wiesen. Früher wurde vom Traktor aus noch so manches Jungtier von den Landwirten entdeckt. Doch die großen Erntemaschinen sind zu schnell und haben größere Schnittbreiten.

Instinktives Verhalten

Hinzu kommt, dass der Grasschnitt nicht erst im Juni erfolgt, sondern schon im Mai, dem Geburtsmonat der Kitze. "Jungtiere drücken sich bei Gefahr instinktiv auf den Boden und flüchten nicht", weiß Frank Heitmann. Auch weiß Heitmann von dem Termindruck der Lohnunternehmer und Landwirte, weist aber auch auf die gesetzliche Verpflichtung hin, Flächen vor der Ernte abzusuchen.

Im 350 Hektar großen Jagdrevier Lembeck I. wurden zwölf Kitze tot aufgefunden. "Die Dunkelziffer liegt sicher höher", vermutet Heitmann. Noch schlimmer ist es, wenn Tiere schwer verletzt werden und qualvoll nach Tagen sterben.

Der Aufwand für die Vorsorge besteht nur in einem Anruf beim Jagdpächter. "Wir sind froh, wenn uns die Pflicht übertragen wird", spricht Frank Heitmann zumindest für das Jagdrevier in Lembeck und Rhade.

 

 

/
Bei Gefahr drücken sich die Rehkitze tief ins Gras und sind kaum zu sehen.

Jagdaufseher Frank Heimann (l.) und Alfons Meismann rufen die Landwirte auf: Bevor die Wiesen gemäht werden mögen sie dafür sorgen, dass keine Kitze im Gras liegen.

Orte:

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Carving-Cup in Lembeck

Beeindruckende Kunst mit der Motorsäge

Lembeck Mit der Kettensäge ging es am vergangenen Wochenende auf dem Hof Punsmann an der Bio-Station handfest zur Sache: Beim "Carving-Cup" des Regionalverbandes Ruhr (RVR) zeigten die Künstler in beeindruckender Weise, wie aus einem einfachen Baumstamm ein Kunstwerk wird, teilweise auch nur innerhalb von 45 Minuten.mehr...

Christoph Thier-Essing

Das ist Dorstens Unternehmer des Jahres

Lembeck Christoph Thier-Essing reagierte so, wie viele seine Vorgänger. „Warum ich?“, meinte er etwas ungläubig, als ihm mitgeteilt wurde, dass er der Unternehmer des Jahres 2017 in Dorsten ist. Ja, warum eigentlich?mehr...

Fast 1000 Fotos

Das waren die Höhepunkte der Lembecker Festwoche

Lembeck Oktoberfest, Bischof-Besuch, Umzug durchs Dorf: Zehn Tage dauerte die Festwoche zum Dreifach-Jubiläum in Lembeck. Hier sehen Sie noch einmal die Höhepunkte in fast 1000 Fotos und ein Video vom Festumzug am Sonntag.mehr...

Der Höhepunkt des Jubiläums

Tausende beim großen Festumzug in Lembeck

Lembeck 50 Gruppen, 14 Musikkapellen, Tausende Schaulustige am Straßenrand: Der große Umzug durchs Dorf war am Sonntagnachmittag der Höhepunkt der Lembecker Festwoche und wohl auch des Jubiläumsjahres. Hier gibt es die schönsten Fotos von einem Ereignis, über das Lembeck noch lange sprechen wird.mehr...

Auf der Erler Straße

Wagen kracht frontal gegen Baum

Rhade Am frühen Samstagmorgen ist ein 19-jähriger Marler mit seinem Auto in Rhade frontal gegen einen Baum gefahren. Der junge Mann wurde schwer verletzt.mehr...

1500 Menschen in Feierlaune

So feierte Lembeck bei der Schlagerparty

Lembeck Lembeck kommt aus dem Feiern nicht heraus. Bei der Schlager-Party im Festzelt kochte die Luft und mehr als 1500 Menschen waren in bester Feierlaune, wie unsere Fotostrecke mit über 100 Bildern beweist.mehr...