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Montessori-Schule

Verein bangt um Schulneubau-Projekt auf Freibadgelände

DORSTEN 2013 möchte der Montessori-Verein den Unterricht im ersten Abschnitt des Schulneubaus auf dem Freibadgelände starten. Doch die dramatischen Entwicklungen in Dorstens Schullandschaft könnten das ehrgeizige Projekt an diesem Standort nun komplett kippen.

Verein bangt um Schulneubau-Projekt auf Freibadgelände

Barbara Pötsch (Schülermutter), Johanna Schmitz (Schülermutter), die Architekten Axel Steinau, Christian Löer und Birgitt Weßeling-Busch (v.l.) stellten den aktuellen stand des Schulneubaus vor.

Stadtbaurat Holger Lohse stellt die städtebauliche Notwendigkeit des Projektes in Frage: „Das Freibadgelände ist ein regionaler Grünzug, für den noch kein Planungsrecht zum Bau einer Schule besteht. Dafür muss die Regionalplanung die Änderung des Flächennutzungsplanes genehmigen. Auf der anderen Seite gibt es bald mehrere leer stehende Schulgebäude auf ausgewiesenen Schulstandorten. Da fragt man sich doch: Ist ein Einschnitt in diesen Freiraumkorridor unter diesen Umständen gerechtfertigt oder gibt es Alternativen?“Die kann Heinz-Werner Gödde von der „Bauen für Bildung eG“ nicht sehen: „Unser eigenständiges Konzept sieht vor, unsere Klassen 1 bis 10 als Einheit unter ein Dach zu bringen.“ Außerdem erfordere die besondere Montessori-Pädagogik spezielle Anforderungen an die Beschaffenheit von Räumlichkeiten, die von den beauftragten Dorstener Architekten Axel Steinau und Christian Löer im Detail durchdacht seien. „Zeigen Sie mir ein Gebäude in Dorsten, das für uns geeignet ist?“, gibt Gödde zudem den erheblichen Renovierungsbedarf von Altgebäuden zu bedenken: „Wer soll das bezahlen?“

Die Baukosten seien komplett privat finanziert. „Kein einziger Euro an öffentlichen Mitteln fließt in den Neubau“, räumt Gödde mit einem häufig zu hörenden Vorwurf auf. Weder das Land noch die Stadt beteiligten sich finanziell an dem Projekt. Im Gegenteil: „Die Stadt erzielt bei dem Verkauf des Baugrundstückes einen stattlichen Kaufpreis“, so Gödde. Außerdem entledigte sie sich auf diese Weise eines schlecht vermarktbaren Problemfalls. Gerade in der Phase der Finanzplanung treffe diese Diskussion den Montessori-Verein ins Mark: „Wir brauchen für das auf 4,5 Millionen Euro angewachsene Volumen für den 1. Bauabschnitt noch weitere finanzierende Mitglieder in unserer Genossenschaft“, weiß Gödde. Tausende von privat finanzierten Euro seien bereits in den vergangenen zwei Jahren in die Vorarbeiten des Projektes geflossen, „die Verträge sind doch ausgehandelt, das kann die Stadt doch jetzt nicht stoppen.“ Baurat Lohse kann die Enttäuschung verstehen: „Wir müssen uns jetzt zusammensetzen und in Ruhe darüber sprechen.“ Ein Termin ist bereits gefunden.

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