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Deckblatt von Gutachten weggelassen

Verteidigung gerät im Ölpellets-Prozess unter Druck

Schermbeck Im Ölpellets-Prozess um die Tongrube der Firma Nottenkämper sind die Verteidiger überraschend in die Defensive geraten. Plötzlich steht sogar der Verdacht der Verschleierung im Raum.

Verteidigung gerät im Ölpellets-Prozess unter Druck

Der Mühlenberg der Firma Nottenkämper ist durch unerlaubte Ablagerung von Ölpellets und anderen Abfällen inzwischen zu einer Deponie der Klasse 3 geworden. Foto (A) Scheffler

Die Anwälte des angeklagten Ex-Prokuristen der Firma Nottenkämper hatten in der vergangenen Woche angedeutet, dass der Entsorgungsbetrieb genau gewusst habe, dass der abgekippte Eisensilikatsand mit Blei, Kupfer und Zink hochbelastet gewesen sei. Das ergebe sich aus einem Gutachten. Die Staatsanwaltschaft hatte den Hinweis so ernst genommen, dass sofort wieder Ermittlungen gegen Nottenkämper aufgenommen wurden. Dabei stellte sich jedoch heraus, dass das von den Verteidigern übergebene Gutachten gar nicht von Nottenkämper, sondern vom Angeklagten selbst in Auftrag gegeben worden ist.

„Das hat mich sehr überrascht“

Dieser Umstand wäre eigentlich auch sofort offensichtlich geworden, hätten die Anwälte den Richtern und der Staatsanwaltschaft das komplette Gutachten überreicht. Tatschlich fehlte jedoch das Deckblatt, auf dem der Auftraggeber notiert war. „Das hat mich sehr überrascht“, sagte der Staatsanwalt im Prozess vor dem Bochumer Landgericht.

Aus seiner Sicht müsse man nun sogar überlegen, ob die Vorwürfe gegen den Angeklagten nicht ausgeweitet werden müssten. Schließlich stehe nun eindeutig fest, dass zumindest der Angeklagte gewusst habe, dass der Eisensilikatsand belastet gewesen sei.

Auch die Richter zeigten sich irritiert. Es sei eindeutig der Eindruck erweckt worden, dass es sich um ein Gutachten von Nottenkämper gehandelt habe, hieß es in Richtung der Verteidiger. Bei einem insgesamt nur dreiseitigen Gutachten gebe es überhaupt keinen Grund, das Deckblatt wegzulassen. Der Angeklagte selbst beteuerte jedoch, das Gutachten an Nottenkämper weitergegeben zu haben. Was letztendlich entscheidend sei.

Ermittlungen wieder eingestellt

Fakt ist jedoch: Die Staatsanwaltschaft hat ihre neuen Ermittlungen gegen Nottenkämper sofort wieder eingestellt. Es gebe keinen Hinweis, dass das Gutachten dort bekannt war, hieß es im Prozess. Dem angeklagten Abfallmanager und Ex-Prokuristen wird neben Umweltstraftatbeständen auch Untreue vorgeworfen. Er soll heimlich eine Million Euro abgezweigt haben.

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