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Kritik an der Schulschließung

Wichernschul-Eltern sind empört über Politiker

Dorsten Die Eltern der Wichernschulkinder sind in Schockstarre verfallen. Alles deutete darauf hin, dass die Wichernschule erhalten bleibt - bis die CDU im Rat am Mittwoch den Antrag durchboxte, die Schule doch zu schließen.

Wichernschul-Eltern sind empört über Politiker

Lautstarker Protest mit Trillerpfeifen und Trommeln vor dem Sitzungssaal im Rathaus.

Dabei müssen zwei ehemals eherne Verfechter gegen die Schließung der Wichernschule umgefallen sein. Denn alle Fraktionen, bis auf die CDU, waren gegen eine Aufgabe des Grundschulstandortes im Hervester Marienviertel gewesen. Die Umfaller können wegen der von der CDU beantragten geheimen Abstimmung nicht ausgemacht werden. Doch die Eltern sind stinkesauer, dass sie diese bittere Pille nun doch schlucken müssen.

Dorsten Ein Ausschuss gibt ein Bekenntnis für eine Schule ab, der Stadtrat beschließt trotzdem das Aus. Das kann passieren, im Fall der Wichernschule ist das aber brisant.mehr...

 „Wir haben es schon läuten hören“, erklärt die Mutter eines Wichernschulkindes, Jennifer Schug. „Die Von-Ketteler-Schule hat im Vorfeld der Ratssitzung Handzettel verteilt“, sagt Schug.

Von  langer Hand vorbereitet?

Sie mutmaßt, dass die Geschichte von langer Hand vorbereitet gewesen sei: „Die CDU hat sogar einen Ratsherren für die Entscheidung aus dem Krankenhaus geholt.“ „Da wurden nur noch Köpfe gezählt“, ist sich auch Friederike Haase sicher. Sie kritisiert scharf das „politische Ränkespiel“ und eine Entscheidung, die „wider besseren Wissens durchgedrückt wurde“. Haase und Schug meinen, dass die Verwaltung und die Politik sich das ganze Vorgeplänkel hätten sparen können: „Wir sind noch aufgefordert worden, unser Mitwirkungsrecht in Anspruch zu nehmen und eine Schulkonferenz einzuberufen“, meint Friederike Haase. Wozu das gut gewesen sein soll, erschließt sich ihr im Nachhinein nicht: „Wir fühlen uns auf gut Deutsch veräppelt.“

Dorsten Die Wichernschule steht vor dem Aus. In geheimer Abstimmung erhielt ein Antrag der CDU-Fraktion am Mittwochabend im Stadtrat eine Mehrheit. Die Grundschule wird demnach ab August 2016 keine Kinder mehr aufnehmen und in den folgenden Jahren "auslaufen".mehr...

Keine persönlichen Interessen

Friederike Haase betont, dass ihre persönlichen Interessen nicht berührt worden seien: „Mein zweites  Kind besucht das kommende vierte Schuljahr der Wichernschule.“ Ihr geht es um Grundsätzliches: „Mir erschließt sich nicht, wieso der Haushalt durch die Schließung der Wichernschule entlastet wird. Schließlich kostet die Von-Ketteler-Schule auch Geld, wenn sie das Gebäude nutzt.“ Der Haushalt, so die Hervesterin, hänge doch wohl kaum vom Erhalt der Wichernschule ab.An die Adresse der CDU geht der Vorwurf, „Klientelpolitik für Deuten“ betrieben zu haben. „Dem hat Fraktionsvorsitzender Bernd Schwane nicht widersprochen“, weiß Friederike Haase. Haase sagt auch, dass ihr „ganz anders“ werde, wenn Entscheidungen von solcher Tragweite auch an anderer Stelle so durchgeboxt würden.

What's App lief heiß

Am Donnerstag  liefen bei den Eltern der Wichernschüler die What‘s-App-Kanäle heiß. Wobei: „Im Moment befinden wir uns in Schockstarre“, schildert Friederike Haase. Gleichwohl überlegen die Eltern der Kinder, vielleicht doch noch eine Protestaktion zu starten. Elternpflegschaftsvorsitzende Nadine Zawada ist fix und fertig: "Ich habe am Mittwoch Rotz und Wasser geheult nach dem Beschluss." Was die Politiker sich da erlaubt hätten, ginge gar nicht. "Die haben das alle zusammen geplant und gewusst", lautet ihr Vorwurf. Bis Montag konnten sich die Wichern-Eltern noch in der Sicherheit wiegen, dass es keine politische Mehrheit für die Schließung der Grundschule geben werde. Dass es am Ende anders gekommen ist, können sie nicht verstehen.

Tristan Zielinski (FDP) ist stinksauer über den Ratsbeschluss, wobei er vorausschickt: "Wir von der FDP sind garantiert nicht umgefallen, wir haben uns immer für den Erhalt der Schule eingesetzt."  "Hätten wir die Schule schließen wollen, hätten wir das schon am 16. März getan. Wir waren im guten Glauben, dass wir jetzt nach Alternativen suchen." 

 

 

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