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Prozess am Essener Landgericht

Wollte Ex-Dorstener Betriebsgeheimnisse verraten?

Dorsten/Essen Dieser Vorwurf hat es in sich: Ein Ex-Dorstener soll im Internet geheime Firmendaten zum Verkauf angeboten haben. Der Preis: zwei Millionen Euro.

Wollte Ex-Dorstener Betriebsgeheimnisse verraten?

Ein ehemaliger Dorstener muss sich am Essener Landgericht verantworten. Foto: Foto: dpa

Seit Dienstag (10.4.) muss sich der 39-Jährige in Essen vor Gericht verantworten – und bestreitet. Es war Anfang Januar 2016, als bei eBay-Kleinanzeigen plötzlich das Foto eines USB-Sticks auftauchte. Darunter stand: „Hallo, ich verkaufe einen USB-Stick mit Daten von Prototypen, Startgebot: zwei Millionen Euro.“

Als Leiharbeiter beschäftigt

Außerdem war auch noch eine Ordner-Struktur abgebildet, die auf den Inhalt des Speichermediums verweisen sollte. Die Dateinamen lauteten unter anderem: Audi Q3, Passat B8, Porsche Cayenne, Tuareg und VW-Golf. Der Angeklagte hatte den Stick damals bei seinem Ex-Arbeitgeber mitgehen lassen – am letzten Tag vor seiner Entlassung.

Er war als Leiharbeiter bei einem Autozulieferer im Rheinland beschäftigt gewesen, und zwar in der Abteilung Forschung und Entwicklung. Das Unternehmen war auf die Produktion von Autositzen spezialisiert. Der Angeklagte sollte Zeichnungen und Daten kontrollieren. Der USB-Stick lag angeblich in einer seiner Schubladen. Was darauf gespeichert war, will er allerdings nicht gewusst haben.

„Konnte nur ein paar Fotos öffnen“

„Ich konnte nur ein paar Fotos öffnen“, sagte er im Prozess vor dem Essener Landgericht. „Da waren ein paar Kollegen wohl mal zusammen auf Mallorca oder Ibiza.“ Für das Öffnen der anderen Ordner fehlte ihm angeblich das passende Programm. Dass er den Stick gestohlen hat, wollte er vor Gericht aber gar nicht erst nicht bestreiten. „Das Ding ist mir einfach ins Auge gefallen.“ Da habe er es halt eingepackt. Warum der Speicherstick später unter seinem Account-Namen bei eBay-Kleinanzeigen angeboten worden ist, kann er sich allerdings nicht erklären. „Ich war völlig überrascht, als plötzlich zwei Kripo-Beamte bei mir vor der Tür standen.“

Account gehackt?

Die Anzeige im Internet habe er gar nicht gekannt. Der 39-Jährige, der damals in Holsterhausen gewohnt hat, glaubt, dass irgendjemand seinen Account gehackt oder heimlich sein Laptop benutzt hat. Wer das gewesen sein könnte, wisse er aber auch nicht. Der Fall bleibt damit vorerst ein Rätsel. Ein Schaden für die Autohersteller und die ehemalige Firma des Angeklagten ist aber wohl nicht entstanden. Die Internet-Anzeige war damals sofort entdeckt worden.

Der Prozess wird fortgesetzt. Die Anklage lautet auf Verrat von Betriebsgeheimnissen.

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