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Kneipensterben

Am Körner Hellweg gibt es immer mehr Leerstände

KÖRNE Die Traditions-Gaststätte Zehnthof in Körne hat geschlossen. Damit gibt es wieder einen neuen Leerstand am Körner Hellweg. Die Anzahl der Leerstände bereitet dem Vorsitzenden der Körneschaft mittlerweile Sorgen.

Am Körner Hellweg gibt es immer mehr Leerstände

Eine Ära geht zu Ende: »Ella« Kocur musste die Gaststätte Zehnthof in Körne aufgeben. Hier hatten viele Vereine ihre Heimat.

Eigentlich war der Vorsitzende der Körneschaft (ehemals Körner Gewerbeverein) sehr zuversichtlich ins Jahr gestartet. Doch inzwischen macht sich Marc Prüsener Sorgen über die vielen Leerstände an der Verkehrsader Körner Hellweg.Das jüngste traurige Beispiel: die Traditions-Gaststätte Zehnthof. Die Rollladen sind heruntergelassen, Wirtin Kocur, die von allen immer nur Ella genannt wurde, hat das Handtuch geschmissen.  

 In ihrer Heimat Polen will sich die 54-Jährige mit ihren Enkelkindern von den Strapazen der Schließung der Gaststätte erholen und dann in einem anderen Stadtteil in einem kleineren Rahmen den Neuanfang wagen.  Acht Jahre hat sie das 340 Quadratmeter große Lokal, in dem sich am Wochenende fußballbegeisterte Körner trafen, geleitet. Eine Kegelbahn gab es lange Zeit auch. Die Dartspieler hatten hier ihre Stammkneipe. „Wir haben uns immer bemüht, dass hier jeder Besucher in Ruhe sein Bierchen trinken konnte. Ohne gestört zu werden, in familiärer Atmosphäre“, sagt Ella Kocur. Aber es wurden immer weniger, die den Weg in den Zehnthof fanden, die Kosten liefen der Wirtin davon. Das Rauchverbot habe ihr den Rest gegeben, meint sie.

 „Wir bedauern die Schließung sehr“, sagt Helmut Feldmann, Vorsitzender des Körner Kunst- und Kulturvereins, der hier seine Treffen hatte. Über Jahrzehnte war der Zehnthof auch Vereinsgaststätte der SPD, montags wurden hier die Pläne für die Ortspolitik geschmiedet. „Jetzt gibt es nur noch ein Lokal in Körne, das Haus Gobbrecht, wo wir uns treffen können“, so Feldmann. Neben dem Rauchverbot sieht er die vielen Leerstände rechts und links vom Zehnthof als Ursache für die Schließung. „Es gibt ja so gut wie keine Laufkundschaft.“ Ein weiterer Grund könnte auch die Nähe zur Innenstadt sein, vermutet Feldmann, der mit dem Körner Kunst- und Kulturverein alles daran setzt, den Stadtteil lebendig und attraktiv zu halten.  

 „Ich habe keine Ahnung, ob wir jetzt einen neuen Leerstand haben, oder was jetzt in die Räume hineinkommt“, sagt Marc Prüsener. „Es ist schlimm an diesem zentralen Punkt. Eigentlich dachte ich, dass wieder etwas mehr Ruhe eingekehrt wäre.“

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