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Borsigplatz

Anwohner fordern härteres Durchgreifen gegen Drogenszene

DORTMUND Der Einzelhandel verlässt den Borsigplatz, am Kreisverkehr und in den Seitenstraßen des Quartiers blüht dagegen der Drogenhandel. Anwohner steigen jetzt auf die Barrikaden: Sie fordern ein härteres Durchgreifen der Polizei.

Anwohner fordern härteres Durchgreifen gegen Drogenszene

Anwohner vom Borsigplatz warnen Polizei und Politik vor dem Verfall des Borsigplatz. Für alteingesessene Bürger gibt es kein ausreichendes Einzelhandelsangebot mehr. Die Drogenszene stört den sozialen Frieden im Quartier.

Wo früher die Sparkasse noch eine Filiale betrieben hat, prangt jetzt das Schild „Aktionsbüro soziale Stadt“. Pädagogen und Planer sollen in Gesprächen nun das ausgleichen, was über Jahrzehnte etablierte Händler und Dienstleister nach ihrem Rückzug hinterlassen haben: Ein Vakuum aus Leerstand, Drogenhandel und Verfall. Der Gesprächs-Gast am Donnerstag: Polizeipräsident Norbert Wesseler.

 Reinhold Giese vom Nachbarschaftskreis Borsigplatz überreichte ihm eine Unterschriftenliste, mit der Anwohner ein hartes Durchgreifen gegen die Drogenszene fordern. „Wir beobachten eine aggressive Verkaufspolitik der Drogenhändler. So geht das nicht weiter. Denn junge Familien mit Kindern ziehen weg – und die Älteren haben Angst“, begründet Giese die Initiative. Eine Nachbarin, die seit über 50 Jahren am Borsigplatz wohnt, sprach einen erschreckenden Satz aus: „Wir können nichtmal unsere Enkelkinder mehr einladen.“  

 Polizeipräsident Norbert Wesseler stellte klar: „Wir kümmern uns um die Nordstadt und haben dort den Personaleinsatz auch verstärkt. Wir sind sichtbar mit Streifenwagen und mit Einsatztrupps in Zivilfahrzeugen unterwegs.“Das Rauschgiftkommissariat wolle an die Hintermänner heran – und habe bereits wichtige Erfolge erzielt. Internetcafés und Wettbüros, in denen der Drogenhandel geblüht habe, seien mit der Stadt „dicht gemacht“ worden.

 Wesseler will das Gespräch mit der Staatsanwaltschaft suchen, denn die Dealer sind nicht dumm. Sie führten Drogen in so geringen Mengen mit sich, dass eine Anklage ausbleibe. Wesseler: „Das muss sich ändern.“ Auch das Ausländerrecht müsse ausgeschöpft werden. Denn zahlreiche aus dem Ausland stammenden Drogenhändler würden aus anderen Städten fürs Geschäftemachen nach Dortmund fahren, obwohl ihre Aufenthalterlaubnis eingeschränkt sei.  

 Die Polizei könne die Zahl der 5000 Drogenkonsumenten und der Dealer in der Stadt „nicht auf Null setzen“. Wesseler über die Dynamik im Geschäft: „Wenn wir einen Drogenhändler festnehmen, gibt es schnell Nachschub durch einen anderen.“  Einen Lichtblick gab Volker Pohluke von der Initiative „Machbarschaft Borsig 11“. Der Verein bemüht sich darum, den früheren Edeka-Supermarkt mit einem „Shop-in-Shop“-System zu beleben. Kleinere Lebensmittel- und Gemüsehändler sowie ein Bäcker sollen die Nahversorgung garantieren.   

Drogengeschäfte für 250.000 Euro pro Tag


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