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Asbest-Rauswurf kommt vor dem Abriss

Asbest-Rauswurf kommt vor dem Abriss

<p>Noch prägt es den nördlichen Teil des Rombergparks: Das Ensemble aus Ex-Wihoga (r.) und Hotel. RN-Foto Archiv</p>

Sie haben gekämpft und verloren: An der Seite von Künstlern der Initiative "Heimatdesign" machte sich der Bund Deutscher Architekten (BDA) stark für den Erhalt der Gebäude Hotel-Restaurant Rombergpark und alter Wihoga, erbaut zwischen 1959 und 1961. Ende Oktober musste "Heimatdesign" Hotel und Ex-Wihoga räumen, seit Montag liegt dem Bauordnungsamt der Antrag auf Abrissgenehmigung vor.

Eine reine Formsache, denn der Abriss ist längst vom Rat beschlossen worden, um hier am nördlichen Ende des Botanischen Gartens Rombergpark die frei werdenden vier Hektar zur Neuansiedlung von Betrieben aus der Gesundheitsbranche zu nutzen. Jetzt nimmt die Stadtverwaltung Fahrt auf: In ca. vier Wochen dürfte der Antrag genehmigt sein, eine Schadstoff-Analyse ist bereits gelaufen, und das Konzept für einen kontrollierten Rückbau wird zurzeit erstellt.

Asbest und PCB

An Giftstoffen fanden sich im alten Hotel und der früheren Wihoga sowohl Asbest als auch die organischen Umweltgifte PCB. Asbest wurde vorwiegend im Kleber von Fußbodenplatten entdeckt sowie im Fensterkitt. "Das war damals Standard", weiß Uwe Nettlenbusch von der Städtischen Immobilienwirtschaft. Sowohl im Internats- als auch im Schulbereich der alten Wihoga und in Einzelräumen des Hotels seien Vinyl-Fliesen mit dem asbest-haltigen Kleber beim damaligen Innen-Ausbau verlegt worden. PCB entdeckten die Gutachter in den Außenfugen beider Gebäude.

"Die Schadstoffentsorgung muss deutschlandweit ausgeschrieben werden", so Nettlenbusch. Er geht davon aus, dass der Rückbau von immerhin 32 200 Kubikmetern umbauten Raums ab Februar erfolgt: "Bis April dürfte die Oberfläche eingeebnet sein." Wahrscheinlich erinnert dann nur noch die aufwändige Gründung an das einst prägende Park-Ensemble, denn sie ruht u. a. auf Bohr-Pfählen, die bis zu 20, 30 Meter tief ins Erdreich getrieben wurden. Ihre Herausnahme dürfte sich längerfristig gestalten.

Bürger ärgern sich

In den Foren auf der Internet-Seite der Stadt hatten Bürger noch im Sommer ihrem Ärger Luft verschafft: "Die Ex-Wihoga am Rombergpark soll für 1,5 Millionen Euro abgerissen werden, um das Gelände baureif für einen noch nicht existierenden Investor zu machen. Wie viel kann die Stadt für das Grundstück erlösen und lohnt sich das überhaupt?" Man schrieb vom Kult-Ensemble, das bei den meisten Dortmundern prägende Erinnerungen hinterlassen habe. Wohl wahr. Ulrike Böhm-Heffels

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