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Weitere Plünderungen am Hannibal-Haus

Auch aus einer Tiefgarage wurde gestohlen

Dortmund Der Einbruchdiebstahl im geräumten Hannibal II in Dorstfeld war offenbar kein Einzelfall: Ein Mieter, der am Montag in seine Garage wollte, fand diese offen vor.

„Werkzeuge, eine Bohrmaschine, mein Fahrrad“, sagt Hannibal-Mieter Fahdi Abde-Lativ, seien ihm gestohlen worden. Erst am Montag hatte unsere Redaktion über einen ähnlichen Fall berichtet. Ein Mieter, der am vergangenen Samstag in seine Wohnung wollte, hatte diese aufgebrochen und verwüstet vorgefunden, auch ihm waren einige Dinge gestohlen worden.

Plünderungen im leerstehenden Hannibal-Haus

Mieter findet in seiner Wohnung ein Trümmerfeld vor

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Fahdi Abde-Lativ hatte sich, wie der bestohlene Wohnungsbesitzer auch, erst gerichtlich seinen Zugang zum Hannibal erstreiten müssen. Seit 2005 wohnte er im Hannibal, am 15. Februar 2018 war er zuletzt im Gebäude, am Montag bekam er vor Gericht recht und Zugang zu Wohnung, Tiefgarage und Keller.

Während die Wohnung unauffällig war, war die Situation in der Tiefgarage eine andere. Die Tür dort stand offen. „Alle Türen, die ich gesehen habe, standen offen“, so beschreibt Abde-Lativ das, was er in der Tiefgarage sah.

Zehn von 200 dürfen rein

Was das für die Mieter der Garagenplätze heißt, ist im Moment noch vollkommen unklar: 200 Mietparteien haben noch gültige Mietverträge für den Hannibal, können das Gebäude aber nicht betreten, seitdem der Besitzer Intown den Komplex Mitte Februar dichtgemacht hatte.

Rund zehn Mieter haben sich bisher gerichtlich Zugang zu ihren Wohnungen erstritten. Sie sind die Einzigen, die in das Gebäude hinein dürfen. Nur sie wissen, wenn sie das Gebäude betreten haben, was mit ihrem Hab und Gut ist. Viele andere also wissen das nicht.

Intown-Geschäftsführer Sascha Hettrich sagte am Dienstag auf Anfrage, er könne sich die Diebstähle nicht erklären. Es sei ausreichend Wachschutz vor Ort, die dürften aber selbstverständlich nicht in die Wohnungen rein. Dass viele Garagentore offen stehen, sei aber logisch, sie auszubauen, sei eine Auflage. Von einem Diebstahl aus der Tiefgarage hatte er am Dienstag aber noch nichts gehört, die betroffenen Mieter hätten sich nicht an Intown gewandt.

„Desaströses Bild“

Der wohnungspolitische Sprecher des Mietervereins, Dr. Tobias Scholz, sagt: „Man dachte irgendwann, am Hannibal kann es ja nicht mehr schlimmer kommen. Aber Intown kann nach unten immer noch eine Schippe drauflegen.“ Das Unternehmen müsse seinen Pflichten nachkommen, die hier konkret heißen, das Eigentum der Bewohner zu schützen. „Intown“, sagt Scholz, „gibt ein desaströses Bild ab.“

Abde-Lativ hat am Montag die Polizei angerufen. Er hat Anzeige erstattet und soll auflisten, was ihm fehlt. Abde-Lativ weiß noch nicht genau, was fehlt. Er war noch nicht im Keller seiner Wohnung. Er darf sich laut Gericht pro Besuch nur eine halbe Stunde im Hannibal aufhalten.

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