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Auf der Blutspur

DORTMUND Neben der bekannten Blutbank in Dortmund, dem Institut für Transfusionsmedizin am Klinikum, sind es zwei weitere Privatunternehmen vor Ort, die ab sofort Geschäfte machen mit dem kostbaren Lebenssaft. Weltweit steigt die Nachfrage vorwiegend nach Plasma, aus dem die Pharmazie vor allem Blutgerinnungsmittel herstellt.

Auf der Blutspur

Buhlen um Blut: Gleich drei "Zapfstellen" vor Ort gibt es in naher Zukunft.

Die beiden Privatfirmen mit ihren neuen Niederlassungen vor Ort, das sind die PlasmaService Europe GmbH, eine Tochtergesellschaft der Biotest AG, Dreieich, sowie das Haema Blutspendezentrum Dortmund. PlasmaService Europe eröffnete sein neues Plasmapherese-Zentrum (Trennung von Blutkörperchen und Blutplasma) an der Kampstraße 88-100 bereits, in wenigen Tagen geht auch Haema an den Start, am Ostenhellweg 50-52.

Kein Kampf ums Blut

Privat-Dozent Dr. Uwe Cassens, Leiter der Blutbank in Dortmund, bleibt gelassen. Frei nach dem Motto „Konkurrenz belebt das Geschäft“, sieht er keinen entbrannten Kampf vor Ort ums Blut, sondern den weltweit wachsenden Bedarf. Auch wenn die Blutbank, das Institut für Transfusionsmedizin am Klinikum Dortmund, allein sich selbst, Krankenhäuser und Ärzte vor Ort versorgt (mit 35 000 Elektrozytenkonzentraten pro Jahr), ist der Bedarf an Blut so hoch, dass er nicht aus den eigenen Reihen gedeckt werden kann. Chefarzt Cassens: „Wir werden älter, weltweit werden wir mehr und brauchen immer mehr Blutprodukte.“ Mit Plasma könne man gut Geld verdienen, weiß der Mediziner. Er sieht die wachsende Nachfrage nicht zuletzt auch in den zunehmenden Krisengebieten in der Welt. Der Grund: Aus den Gerinnungsfaktoren im Plasma können ganz spezielle Blutgerinnungsmittel gefertigt werden. Kriege in der Welt heizten diesen Bedarf an, so Cassens.

Aufwandsentschädigungen

Weil Plasma sehr kurzlebig ist, die fehlende Flüssigkeit im Körper also schnell wieder hergestellt wird, kann man öfter hiervon spenden, als sich zur Vollblutspende anzumelden. Bis zu 28,5 Liter pro Jahr zu verschiedenen Terminen natürlich, à maximal 750 Milliliter, sind hierbei möglich, während für die Vollblutspende gilt: Männer alle zwei Monate, Frauen alle drei und maximal 500 ml. Um die 20 000 Vollblutspenden im Jahr zählt die Blutbank am Klinikum und knapp 2000 Thrombozythapherese-Spenden (Abtrennung von Blutplättchen) und ebenso viele Plasmapherese-Spenden. Alle drei örtlichen Blut-Zapfer zahlen Aufwandsentschädigungen (zwischen 17 und 20 Euro) im Gegensatz zum DRK, das dies unter Hinweis auf ethische Richtlinien ablehnt.

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