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VIP-Bereich wird erweitert

BVB kündigt Dauerkarten - Fans bitter enttäuscht

DORTMUND Enttäuschte Liebe: Borussia Dortmund hat 200 zum Teil langjährigen Dauerkarteninhabern gekündigt, weil ihre Plätze der Erweiterung einer VIP-Loge weichen müssen. Der Verein verspricht Ersatz. Wir haben mit einem Fan gesprochen, der bitter enttäuscht ist.

BVB kündigt Dauerkarten - Fans bitter enttäuscht

Horst Prill mit vielen Dauerkarten aus den letzten Jahren - für ihn hat sich das Thema Stadionbesuch erledigt, nachdem ihm sein Platz, auf dem er 22 Jahre saß, gekündigt wurde.

Horst Prill ist das, was man einen enttäuschten Liebhaber nennen kann. Seine Liebe war groß, sie kostete ihn viel Geld, jetzt ist sie erkaltet: Prill, Dortmunder von Geburt an und seit 22 Jahren Dauerkarteninhaber, hat angefangen, die BVB-Aufkleber von seinem Auto zu knibbeln, nachdem der Verein seine Dauerkarte gekündigt hat. Prill müsste umziehen, so wie 200 andere Dauerkarteninhaber auch, seiner und die anderen Plätze weichen der Erweiterung einer VIP-Loge, dem sogenannten „Stammtisch“ auf der Westtribüne. Prill, der mit Bruder und Schwägerin hier die Heimspiele anschaute, bekam am Mittwoch vergangener Woche die Kündigung und fühlt sich verdrängt.

In dem Schreiben stand, dass der Verein sich „heute mit einem Anliegen“ an ihn wendet, „dass Sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erfreuen wird“. Das ist untertrieben.

DORTMUND Borussia Dortmund hat am Montag die Preise der Dauerkarten für die Saison 2014/15 bekannt gegeben. Die zweithöchste Preissteigerung im Vergleich zur Vorsaison gibt es bei den Stehplätzen - BVB-Fans müssen dafür etwas mehr als sieben Prozent mehr bezahlen.mehr...

Vor 22 Jahren stand Prill acht Stunden für seine Dauerkarte an, er durfte sich dann aber seinen Platz, Block 25, Reihe 32, Sitz 33, auf der Westtribüne selber aussuchen. 460 D-Mark habe er damals für die Karte gezahlt, zuletzt kostete ihn die Dauerkarte 595 Euro. Insgesamt, schätzt er vorsichtig, hat er in seiner Zeit für Karten und Fanartikel rund 15.000 Euro ausgegeben. Ohne Bratwurst und Bier.

Der Verein also hatte ihm mitgeteilt, dass ihm formell gekündigt werden müsse. Allen betroffenen Dauerkarteninhabern, so der Verein, würde in den kommenden Wochen ein Alternativangebot persönlich und individuell vorgestellt werden. Dabei würden die bis Ende der Umtauschfrist nicht in Anspruch genommene Plätze in den Unterrängen auf der West- und Osttribüne zunächst ausschließlich den von der vorstehenden Umbaumaßnahme betroffenen Zuschauern angeboten. Prill, der in den langen Jahren seines Fan-Seins auch die herben Zeiten mitgemacht hat, die in der zweiten Liga, die mit der Fast-Insolvenz, die, die heute ganz weit weg scheinen, fühlt sich „veräppelt“. „Man kann sich“, sagt er, „im Moment nicht mit dem Verein identifizieren“. Das, was da geschehe, erinnere ihn immer mehr an den FC Bayern München.

Die Südtribüne sei für die Stimmung da, der Rest der Plätze aber für die „echte Liebe“, das Geld. Prill hat erste T-Shirts und Fahnen weggeworfen. Es ist eben echte, enttäuschte Liebe. „Man verpflanzt einen alten Baum nicht“, sagt er. Und: „Ich hatte ja noch nicht einmal die Gelegenheit, mich von den alten Bekannten zu verabschieden.“ Ein neues Angebot will er nicht annehmen. „Und wenn sie mir den Platz von Herrn Watzke anbieten würden.“

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