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Bachchor hauchte biblischem Drama Leben ein

Das Oratorium "Saul" von Georg Friedrich Händel präsentierte der Bachchor am Samstag in der Reinoldikirche. Unter Leitung von Klaus Müller intonierten rund 60 Sänger des Chores gemeinsam mit Musikern der "Vielharmonie Düsseldorf" und Solisten das biblische Drama.

Saul, König von Israel, missgönnt dem jungen Helden David seine Beliebtheit im Volk. Von Eifersucht getrieben will er den Tod Davids, der zugleich Ehemann seiner jüngeren Tochter Michal und enger Freund seines Sohnes Jonathan ist. Schließlich findet die vom Neid zerfressene Hauptfigur den Tod in einer Schlacht, auch Jonathan stirbt, die Liebenden überleben.

Für die Dortmunder Aufführung des Stücks von 1738 wählten die Akteure eine deutsche Fassung des ursprünglich englischen Librettos. Die Passagen der Solisten ließen sich so meist gut nachvollziehen, doch der ohnehin nur relativ selten erklingende Chor wurde einige Male von den Instrumenten übertönt. Nur wenige Stellen ließen die definierte Wahrnehmung aller Stimmen zu. Nach den zahlreichen längeren Pausen waren die Chor-Einsätze nicht immer sauber.

Gelungen umgesetzt war die von Händel angelegte Zuordnung bestimmter Klangfarben zu den einzelnen Charakteren. Sangen der neiderfüllte Saul (Bass: Jens Hamann) oder seine zunächst hartherzige Tochter Merab (Sopran: Antje Bitterlich), so begleitete sie als Basso continuo das rhythmische, eher markige Cembalo. Michal (Sopran: Claudia von Tilzer) und Jonathan (Tenor: Jörg Nitschke) als mitfühlende Figuren wurden vom weicheren Legato der Orgel begleitet. David schließlich (Altus: Daniel Lager) fand in seiner zarten Art Charakterisierung durch den Klang der Laute.

Unter den Solisten überzeugten vor allem Nitschke und Hamann, die ihren dramatischen Figuren mit dem stärksten Ausdruck Leben einhauchten. SEN

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