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Hauptbahnhof

Bahn-Personal in Dortmund muss einstecken können

DORTMUND Fast 1000 Züge und rund 130.000 Kunden am Tag: Der Dortmunder Hauptbahnhof ist für die Deutsche Bahn ein wichtiger Standort. Doch nicht alle Reisenden wollen einfach nur von A nach B fahren. Sie sind auf Randale aus: Bahn-Personal muss mit Gewalt am Arbeitsplatz rechnen.

Bahn-Personal in Dortmund muss einstecken können

Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Deutschen Bahn AG und Bundespolizisten umstellen auf einem Bahnsteig im Dortmunder Hauptbahnhof einen Kunden, der nicht besonders kooperativ war. Foto: Peter Bandermann

Der Dortmunder Hauptbahnhof ist im Schienennetz eine wichtige Drehscheibe. Die Infrastruktur nutzen auch Straftäter. Zu spüren bekam das ein Schaffner, der auf der Strecke zwischen Witten und Dortmund drei Kunden auf das Rauchverbot in Zügen hingewiesen hatte und dann krankenhausreif geprügelt worden ist. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.


War das ein Einzelfall?

Nein. Die Zahl der Aggressionen und Gewalttaten gegen Bahn-Bedienstete steigt bundesweit. Allein in NRW ist die Zahl der Angriffe im Vergleich 2015 / 2016 um 90 Fälle auf 450 Taten angestiegen. Diese Zahlen nannte Bahn-Sprecher Stefan Deffner auf Nachfrage unserer Redaktion.


Welche Informationen geben die Zahlen noch her?

Die Deutsche Bahn AG hat die Fälle ausgewertet und kann sagen, in welchen Situationen ihre Mitarbeiter am häufigsten von Angriffen im Dienst betroffen sind: Bei Fahrausweisekontrollen überwiegend im Nahverkehr, also auf Regionalexpress-Strecken. Vor und nach Fußballspielen in Kombination mit Alkohol – die Angreifer sind enthemmt und aggressiv.


Welche Folgen hat das für das Personal?

Bahn-Sprecher Stefan Deffner: „Zum Glück sind ernste Verletzungen die Ausnahme.“ Zu diesen Ausnahmen gehört auch der Raucher-Fall aus dem Regionalexpress 4. Der verletzte Schaffner konnte das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen. Die Bundespolizei fahndet weiter nach den Tätern. Von Gewalt am häufigsten betroffen ist das Sicherheits-Personal.


Schult die Bahn ihre Teams, damit sie angemessen auf Aggressionen und Gewalt reagieren können?

Ja. Es gibt bereits Programme für Deeskalation und Eigensicherung. Weil die Probleme nicht kleiner werden, baut die Bahn die Programme aus.


Wie reagiert die Bahn außerdem auf gewalttätige Kunden?

Sie passt Einsatzpläne so an, dass abends und an Wochenenden zusätzliche Mitarbeiter auf den Strecken und in den Bahnhöfen für Sicherheit sorgen. Bundesweit beschäftigt die Bahn 4000 Sicherheits-Bedienstete. In NRW sind es 700. Zahlen für Dortmund gibt es nicht.

Was kostet das die Deutsche Bahn AG?

Pro Jahr rund 160 Millionen Euro bundesweit.


Wie unterstützt die Bahn von Gewalt betroffene Mitarbeiter?

Betroffene und deren Angehörige oder Freunde können nach Grenzerfahrungen psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Das gilt nicht nur nach Gewalt-Erfahrungen, sondern auch nach Suizid-Fällen, die für Lok- und Zugführer besonders belastend sein können. Die Teilnahme an speziellen Programmen ist Pflicht bei der Bahn.


Welche Relevanz hat der Bahnhof Dortmund für die Bundespolizei?

Bundespolizei-Sprecher Volker Stall: „Im Ruhrgebiets-Vergleich ist die Einsatzbelastung herausragend hoch. Bei den Angriffen auf Bundespolizisten liegt der Dortmunder Hauptbahnhof bundesweit hinter Hamburg und Frankfurt an dritter Stelle.

Männer sollten Zigaretten ausmachen

Raucher prügeln Schaffner in RE4 krankenhausreif

DORTMUND/WITTEN Ein Schaffner ist am Freitagabend im Regionalexpress 4 zwischen Witten und Dortmund von drei Männern zusammengeschlagen worden. Dabei hatte der Zugbegleiter die Raucher nur gebeten, ihre Zigaretten auszumachen.mehr...

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