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Pferdegöpel

Bergbau-Relikt im Westfalenpark könnte verloren gehen

DORTMUND Die Bergbau-Geschichte ist im Westfalenpark nicht zu übersehen. Doch einem Gebäude mit historischem Wert droht bald möglicherweise der Abriss. Um die Pferdegöpel zu renovieren, wären rund 90.000 Euro nötig.

Bergbau-Relikt im Westfalenpark könnte verloren gehen

Seit Monaten schon ist der Zugang zum Pferdegöpel im Westfalenpark gesperrt. Foto: Stephan Schütze

Mit einem Bohrer gehen Experten zurzeit Bergbau-Relikten auf den Grund. Oberhalb der Buschmühle lässt das Unternehmen Eon als Erbe eines früheren Bergbau-Unternehmens einen 32 Meter tiefen Schacht verfüllen, der zum Grubenfeld der früheren Zeche Friedrich Wilhelm gehört.

Sie geht wiederum auf die Kleinzeche Am Busch zurück, die im Gebiet des heutigen Westfalenparks Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts Kohle gefördert hat. Bis Weihnachten sollen die Arbeiten beendet sein, kündigte ein Eon-Sprecher auf Anfrage an. Dann verschwinden auch die zwischenzeitlichen Absperrungen rund um die Bohrstellen.

Nachbau von 1991

Ein anderes dauerhaftes Relikt des Bergbaus droht möglicherweise verloren zu gehen: Der Pferdegöpel zwischen Buschmühle und Florianturm ist bereits seit dem Sommer gesperrt – wegen Schäden an der Holzkonstruktion des Gebäudes. Das war zur Bundesgartenschau 1991 als originalgetreuer Nachbau eines westfälischen Pferdegöpels vom Förderverein Bergbauhistorische Stätten in Dortmund gebaut worden, finanziell unterstützt von der Stadt, der Sparkasse, dem Holzhandel und der Ruhrkohle AG.

Der Nachbau machte nachvollziehbar, wie mit Hilfe von Pferdekraft eine Seilwinde zur Kohleförderung angetrieben wurde – in diesem Fall über dem Schacht Christine, dem ersten Tiefbauschacht Dortmunds. Auch er gehörte zur Zeche Am Busch. Der Pferdegöpel wurde von 1811 bis 1826 betrieben.

Göpel nicht mehr zu betreten

All das wird im Innern des Göpels mit Schautafeln erläutert. Doch der ist nun schon seit einigen Monaten „aus Sicherheitsgründen“ nicht mehr zu betreten, wie ein Schild am Sperrzaun vor dem Eingang verkündet – zum Leidwesen des Fördervereins Bergbauhistorischer Stätten. Die größte Sorge ist, dass dem Pferdegöpel womöglich sogar der Abriss droht.

Ob es dazu kommt oder ob die marode Holzkonstruktion saniert werden kann, darüber will sich die Stadt im Frühjahr nächsten Jahres die Karten legen, heißt es auf Anfrage aus der Verwaltung. Dem Vernehmen nach werden die Sanierungskosten auf rund 90.000 Euro geschätzt. Der Förderverein selbst könnte maximal 9000 bis 10.000 Euro selbst aufbringen, schätzt der Vorsitzende Heinz-Ludwig Bücking. Auf der anderen Seite würde ein Abriss des acht Meter hohen Baus gut 15.000 Euro kosten.

Einziger funktionierender Göpel im Westen Deutschlands

Doch vielleicht finden sich ja wie beim Aufbau des Göpels vor gut 25 Jahren auch für die Sanierung Sponsoren. Immerhin gilt es, im nächsten Jahr dem endgültigen Ende des Steinkohlenbergbaus im Ruhrgebiet zu gedenken. „Und der Pferdegöpel im Westfalenpark ist der einzige funktionierende Göpel im Westen Deutschlands“, erklärt Bücking.

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