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Bergbau-Stollen in Hörde bekommen eine Füllung

HÖRDE An der Weingartenstraße ist es löchrig geworden. Das Einfahrtsverbot liegt nicht mehr an den Kanalarbeiten. Sondern an der Suche nach einem Bergbau-Stollen von 1783. Um seine genaue Lage festzustellen, wird mit schwerem Gerät gebohrt.

Bergbau-Stollen in Hörde bekommen eine Füllung

Ein prüfender Blick in die Tiefe: Michael Clostermann (links) und Mitarbeiter Alexander Briessmann.

Wer im Moment in die seit Monaten gesperrte Weingartenstraße abbiegen möchte, gerät leicht ins Stöhnen. Nicht so Dr. Michael Clostermann. Der Bauingenieur kommt eher aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. „Hier liegt die Wiege des Dortmunder Bergbaus“, erklärt er mit leuchtenden Augen, als er über die lange Baustelle an der Weingartenstraße läuft. Michael Clostermann ist ein ganz besonderer Ingenieur, ein „Markscheider“. Das heißt, er ist Experte für die Erkundung und Vermessung von Hohlräumen im Altbergbau. „Im Jahr 2003 wurde der Conrad-Wilhelm-Stollen ganz zufällig bei Straßenarbeiten hier entdeckt“, erklärt er.

Clostermann, der sein Ingenieurbüro „Markscheiderisch-Geotechnisches Consulting“ seit einigen Jahren in Hörde leitet, erfuhr von dem Fund und schlug Alarm bei der Bezirksregierung: „Ich wusste gleich, ein alter Erbstollen an dieser Stelle kann nicht stabil sein.“ Die folgenden Untersuchungen gaben ihm Recht –  und verschafften seinem Büro den Auftrag der Emschergenossenschaft und Phoenix See Entwicklungsgesellschaft: Für Sicherheit der Straße sorgen. Sprich: Den Stollen verfüllen.

Doch das klingt einfacher als es ist. Der Verlauf des über 200 Jahre alten Stollens war zunächst völlig unbekannt. Zwar tauchte im Laufe der Recherchen eine alte Karte auf. Doch für die Verfüllungsarbeiten reichten die Angaben bei weitem nicht aus. Deshalb bohrt Michael Clostermann mit seinem Team seit August in der Weingartenstraße.

„Die meisten Teile des Stollens kennen wir nun“, sagt der Ingenieur. Viel Arbeit liegt hinter ihm. Schließlich ist der unterirdische Gang nicht betretbar – er ist nicht nur instabil, sondern auch voller Wasser. In knapp zwei Wochen soll es nun mit den Hauptarbeiten losgehen: Der Verfüllung mit zementhaltigem Material, das auch im Wasser fest wird. Bald sollen es zahlreiche gelbe Schläuche in den Untergrund leiten. Knapp 1000 Tonnen Füllmasse werden die Bauarbeiter benötigen. Und Clostermann gibt einen engen Zeitplan vor: „Ende November haben wir alles verfüllt.“ Dann ist die Straße ist auch endlich wieder befahrbar. Eine sichere Wiege. 

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