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Biene im Minisarg

Der kleine Friedhof am ev. Kindergarten St. Reinoldi und St. Marien füllt sich: Drei Wespen, ein Vogel, ein Käfer und eine Biene fanden ihre letzte Ruhestätte.

"Wird es im Himmel nicht zu voll?" - Angesichts der mit Lichtern, bemalten Schiefertafeln, Blumen und Naturmaterialien geschmückten kleinen Gräber im Garten ihrer Kita fragen die Kinder das Naheliegende. So wie sie ohnehin ganz offen und natürlich mit dem Thema Tod und Trauer umgehen, wie Jutta Dziallas erzählt.

Die Leiterin der Einrichtung begleitete die Fünf- und Sechsjährigen gemeinsam mit Kulturpädagogin Manuela Wenz durch ein ungewöhnliches Projekt, angestoßen von den Friedhofsgärtnern Dortmund eG: "Trauer, Tod und Lebensfreude" führte die Kleinen zunächst auf den "großen" Friedhof, den Ostenfriedhof, wo sie den Kreislauf der Natur kennen lernten. Später legten sie mit Unterstützung der Eltern und Erzieherinnen an ihrem Kindergarten einen kleinen Friedhof an, um anschließend eine tote Biene in einem Streichholz-Sarg zu bestatten. "Die Kinder erleben den Tod als alltägliches Phänomen", sagt Manuela Wenz.

Von diesem natürlichen Umgang mit dem Unausweichlichen könnten die Erwachsenen noch viel lernen, sind sich die Betreuer einig. Ein Grund mehr, die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt auch für andere Kindergärten zu nutzen. Martin Struck, Geschäftsführer der Friedhofsgärtner, zeigte sich von den Treffen mit den Eltern und der Herangehensweise der Kinder tief beeindruckt. "Das war sehr ergreifend. In Worte fassen kann man das gar nicht...", sagt er als jemand, der tagtäglich mit dem Thema Tod zu tun hat. Mit einer großen Gelassenheit näherten sich die Kindergartenkinder dem Tabuthema der Erwachsenen, dem Kreislauf von Werden und Vergehen. Für viele war das Projekt nicht mehr Erwähnung wert, als der Martinsumzug oder das Laternenbasteln, so selbstverständlich gehörte es für die Kinder dazu.

Sie wollen wissen, wie denn nun die verstorbene Nachbarin aus der Erde in den Himmel gelangt und warum sie von dort oben nicht herunterfällt. Fragen, auf die auch die Erwachsenen keine einheitliche Antwort geben können, die aber helfen, einen Zugang zu diesem schwierigen Thema zu finden. Struck: "Wir brauchen mehr solche Projekte, die Kindern Raum für existenzielle Fragen geben". rie

Kontakt: Friedhofsgärtner Dortmund eG: Tel. 56 22 93-0 oder kontakt@fg-do.de

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