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Bitte keine Schuldgefühle

Das Wichtigste vorab: Niemand ist schuld daran, wenn er eine Depression erleidet. Und: Sie ist behandelbar. Heute so gut wie nie zuvor.

Bitte keine Schuldgefühle

<p>Chefarzt Dr. Harald Krauß: "Wir machen ja heute Abend Wissenschaft". Grindau</p>

"Wir machen ja heute Abend Wissenschaft" drohte Dr. Harald Krauß seinem Publikum - und lachte ein wenig spitzbübisch dabei. Aber der Titel "Nachtvorlesung" dieser außerordentlich erfolgreichen Informationsreihe mit der St.-Johannes-Gesellschaft inspirierte den Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Marienhospital in Hombruch zu einem hoch interessanten, spannenden Exkurs durch die angegriffene Seelenwelt. Auf dem Weg zur Garderobe meinte anschließend ein älterer Herr anerkennend: "Das war die beste Nachtvorlesung bisher."

Depression - jeder zehnte Mensch erleidet sie im Laufe seines Lebens. Damit wären in Dortmund 58 000 betroffen. 2 bis 7 Prozent davon gelten als schwer behandlungsbedürftig. Das Kernsymptom, so Dr. Krauß, sei das Gefühl der Gefühllosigkeit. Die Patienten sagten ihm, sie könnten sich nicht mehr freuen, könnten aber auch keine Trauer empfinden. Nach einem weltweiten so genannten Depressionsstandard müsse die depressive Episode mindestens zwei Wochen andauern, und es müssten bestimmte Kriterien erfüllt sein: depressive Störung in einem ungewöhnlichen Ausmaß, verminderter Antrieb, übersteigerte Müdigkeit, unangemessene Schuldgefühle, Verlust des Selbstvertrauens, vermindertes Konzentrationsvermögen, Unentschlossenheit, Appetitverlust und Schlaflosigkeit, Morgentief und ein deutlicher Interessensverlust.

Es sterben jährlich mehr Menschen durch Suizid als bei Autounfällen. Für Menschen unter 40 ist Suizid die häufigste Todesursache. Meistens entsteht eine Depression durch eine gewisse erbliche Veranlagung, geppaart mit einem lebensgeschichtlichen Ereignis. Aber: Auch Schilddrüsenerkrankungen, Leberfunktionsstörungen nach Hepatitis, Vitaminmangel, Alkoholmissbrauch und Beruhigungsmittel können sie auslösen. Untersucht werden muss der Patient auch auf eine Hirnerkrankung, Epilepsie oder Hirnfunktionsstörung. Erst seit Ende der 60er Jahre stehen wirksame Medikamente zur Verfügung, die z. B. die fehlenden Botenstoffe für die Nervenzellen, Serotonin und Noradrenalin, ersetzen. Daneben gibt es u. a. Psychotherapie, Licht- und Wachtherapien, Elektrokrampftherapie und Vagusstimulator - eine Art Herzschrittmacher zur tiefen Hirnstimulation. bö

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