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Ärger um Asylbewerber

Bürgerinitiative kritisiert Stadt und Polizei

HACHENEY Die Asylbewerber-Erstaufnahme in Hacheney sorgt unter den Anwohnern der Glückaufsegenstraße weiter für Streit. Vor allem nachts stören die Bewohner lautstark den Nachbarschaftsfrieden. Die Bürgerinitiative kritisiert jetzt Stadt und Polizei.

Bürgerinitiative kritisiert Stadt und Polizei

Eine Familie vor dem Pförtnerhaus an der Asylbewerber-Erstaufnahme in Hacheney. Bis zu 350 Flüchtlinge gehen hier täglich ein und aus. Manche von ihnen oder ihre Besucher stören auch nachts den Nachbarschaftsfrieden.

Der Betrieb der Asylbewerber-Erstaufnahme in Hacheney sorgt weiter für Ärger unter den Anwohnern der Glückaufsegenstraße. Die Bürgerinitiative kritisiert wegen „anhaltender Lärmbelästigungen“ nicht nur die Stadt, sondern auch die Polizei, weil sie die Sicherheitsbedenken der Nachbarn nicht ernst nehme. „Wir fühlen uns von allen Seiten im Stich gelassen“, blickt Anwohnerin Anke Dechert auf die vergangenen 14 Monate zurück.

 Am 1. April 2011 hatte die Stadt Dortmund im Auftrag des Landes NRW den Betrieb auf dem Gelände der früheren Gehörlosenschule hochgefahren, nachdem sich der Rat – gegen den Willen der Anwohner – für diesen Standort entschieden hatte. Nach Umbauarbeiten in den Internatsgebäuden des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe war die Erstaufnahme dann von Aplerbeck nach Hacheney umgezogen.Seitdem finden die Anwohner keine Ruhe mehr. „Nachts reißen uns laut sprechende Asylbewerber und deren Angehörigen aus dem Schlaf. Um 5.50 Uhr fahren die ersten Busse mit brummenden Dieselmotoren durch unsere Straße und um 6.03 Uhr dröhnt der erste Flieger nach Malle über Hacheney“, beklagt die seit 1951 in dem Dorf wohnende Inge Petri den Zustand – „wann sollen wir überhaupt noch schlafen?“, fragt sie empört und fügt hinzu:  

 „Vor allem die älteren Nachbarn resignieren inzwischen, weil sie sich wehrlos fühlen. Aber ich kann und will diese Lage nicht akzeptieren!“  Enttäuscht von der Polizei ist die Bürgerinitiative Hacheney seit langem, wie ihr Sprecher Markus Pfefferkuch betont. Ein Beispiel dafür sei der „Besuch“ von zwei Asylbewerbern auf dem Balkon von Lukas Lysy in der Glückaufsegenstraße. Lysy hatte die ungebetenen Gäste entdeckt, sich zu erkennen gegeben und so deren Flucht ausgelöst. Er erkannte sie schließlich an der Pforte der Erstaufnahme und alarmierte die Polizei – die inzwischen „angenervt“ reagiere, wenn die Hacheneyer ein Problem melden würden. Das gelte vor allem bei Ruhestörungen nachts auf der Straße.  

 Polizeisprecher Kim Ben Freigang sprach gestern von 65 Einsätzen seit dem 1. April 2011. Diese Zahl sei „nicht normal“, Hacheney aber auch „kein Brennpunkt“. Die Anwohner sehen das anders. Junge Frauen oder jugendliche Mädchen würden „angemacht“. Asylbewerber würden auf Privatgrundstücken Alkohol trinken, weil ihnen das in der Erstaufnahme untersagt sei. Kim Ben Freigang: „Das subjektive Sicherheitsgefühl der Anwohner deckt sich nicht mit den Erfahrungen der Polizei.“ Die Stadt sagte, dass Asylbewerber nur vereinzelt Probleme bereiten würden

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