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Das einzige Limp Bizkit-Konzert in NRW endete schon nach 90 Minuten

Limp Bizkit

Limp Bizkit spielten am Mittwochabend vor 9000 Zuschauern in der großen Westfalenhalle. Fred Durst wirkte lustlos, findet unser Konzertkritiker.

Dortmund

von Kai-Uwe Brinkmann

, 21.06.2018
Das einzige Limp Bizkit-Konzert in NRW endete schon nach 90 Minuten

Limp-Bizkit-Frontmann Fred Durst. © Oliver Schaper

Zum Anwärmen wird das Publikum mit Hip-Hop beschallt. Zwei-, dreimal röhrt von hinter der Bühne testweise eine Mördergitarre dazwischen. Womit die Zutaten von Limp Bizkits Crossover-Sound genannt sind: Hip-Hop-Rhythmen und die Nu-Metal- Schule brachialer Gitarren.

Früher spielten die Amerikaner in der Westfalenhalle 2A, am Mittwoch bewegten sie sich im Rund der großen Halle 1, weil 9000 Fans das einzige Limp-Bizkit-Konzert in NRW erleben wollten.

Rein optisch gibt es zu vermelden, dass Frontmann Fred Durst jetzt Vollbart trägt, mit „Angler“-Schlapphut, gemusterter Pluderhose und roten Handschuhen auf die Bühne kommt – und alles andere als cool aussieht: Wie einer der Wilson-Beach-Boys der 70er, der sich anschickt, das Klo putzen zu wollen. Grässlich. Der Mann war schließlich mal der schnieke Prototyp des späten Surfpunks, fast eine Stil-Ikone. Mit an Bord sind eine asiatische Bassistin, ein Co-Shouter, Trommler John Otto, DJ Lethal und Wes Borland an der Gitarre, nicht als Gothic-Irokese, aber mit teilgeschwärztem Gesicht unterwegs.

Klassiker und neue Songs

Die Truppe startet mit „Show Me What You Got“, aus Rumpeln und Bollern formiert sich der Limp-Bizkit-Hit „Rollin“. Durst schickt Grüße an den „Moshpit“, den Hexenkessel, den tobwütige Fans in der Halle formieren.

Die besten Nummern der Band haben alle ein Strickmuster: Verhaltenes Lauern und Anheizer-Rap bauen Spannung auf, dann folgt die explosive Entladung, von den Leuten mit Hüpfen und Ausrasten beantwortet. Spielt er Material vom neuen Album, wie Durst ankündigt? Klar wird das nicht, und wenn ja, klingt alles wie gehabt.

Wir hören die Bizkit-Oldies „Nookie“, „My Way“ (mit einem Fan an der Gitarre), „Eat You Alive“, „My Generation“, das „Who“-Cover „Behind Blue Eyes“. Dazu Zitate über Zitate: „Jump Around“, „1999“, Rammstein, „Seven Nation Army“, etwas Van Halen. Dass „Killing In The Name“ von Rage Against The Machine mehr gefeiert wird als seine Songs, sollte Fred Durst zu denken geben. In Dortmund wirkte er lustlos (Feierabend war nach 90 Minuten), aber schlimmer noch – ideenlos.

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