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Neues Regenwasser-Trennsystem

Das steckt hinter der neuen Attraktion der Kokerei Hansa

HUCKARDE Ein Wasserspiel als technische Demonstration – integriert in ein ausgeklügeltes Regenwasser-Trennsystem. Die ehemalige Kokerei Hansa ist um eine Attraktion reicher. Eine Vielzahl von Partnern haben das beispiellose Projekt gestemmt. Davon profitiert auch die renaturierte Emscher.

Das steckt hinter der neuen Attraktion der Kokerei Hansa

Die Projektpartner stellten das Trennsystem und das Modell der historischen Verrieselungsanlage vor.

Ursula Mehrfeld, Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur ist bei der Präsentation gestern Morgen spürbar stolz. „In einem großen Gemeinschaftsprojekt mit dem Land Nordrhein-Westfalen, der Emschergenossenschaft, der RAG, dem Regionalverband Ruhr (RVR) und der Stadt Dortmund haben wir es geschafft, auf der Kokerei Hansa ein Abwassersystem zu bauen, das Regenwasser und Brauchwasser trennt.“

Die Attraktion für die Besucher: In einen der vier gerade restaurierten Kühltürme haben die hauseigenen Handwerker ein Modell einer historischen Verrieselungsanlage gebaut. Aus hölzernen Rinnen strömt Wasser auf viele kleine Keramikschalen, die es wie ein Springbrunnen verteilen und nach unten in die Kühltasse leiten. Nebenan entstand ein Wassergarten mit Pflanzen. Im Sonnenlicht leuchtet eine Seerose.

Niederschläge von den Dächern der Kokerei-Gebäude

Die vorderen beiden Kühltassen sind Bestandteil des neuen Abwassersystems. Das beginnt einige hundert Meter weiter nördlich am großen Umlagerungsbauwerk der RAG. Von dem flach nach Süden abfallenden Hügel fließt das Regenwasser in ein Rückhaltebecken.

Ein Schwimmer steuert den Wasserablass in eine U-förmige Rinne entlang der sogenannten Weißen Straße. Die Rinne nimmt auch die Niederschläge von den Dächern der Kokerei-Gebäude auf. Von dem offenen und teilweise bepflanzten Kanal fließt das Regenwasser in die beiden östlichen Kühltassen. „In der nordöstlichen Kühltasse beruhigt sich das Wasser“, erklärt der technische Leiter der Stiftung, Paul Georgi. Heißt: Sedimente setzen sich ab.

Von der benachbarten 1400 Kubikmeter fassenden Tasse fließt das Wasser unterirdisch zum Pumpwerk und von da über 850 Meter in die Emscher – in einem eigenen „sauberen“ Kanal.

Hoffung auf Welterbeliste

„Wir brauchen dringend Regenwasser für die renaturierte Emscher“, betont Dr. Emanuel Grün, Technikvorstand der Emschergenossenschaft. „Sauberes Abwasser hat nichts in einem Abwasserkanal zu tun. Das ist eine ökologisch wertvolle Maßnahme, die wir deshalb gerne gefördert haben.“

Bürgermeisterin Birgit Jörder lobt die Zusammenarbeit der vielen Projektpartner. RVR-Direktorin Carola Geiß-Netthöfel betonte: „Pünktlich zu den Sommerferien können wir den Besuchern einen neuen spannenden Ort anbieten. Und vielleicht schaffen wir es ja bald auch auf die Welterbeliste.“

2,9 Millionen Euro Kosten

Die Regenwasserabkoppelung umfasst eine Fläche von insgesamt 168.000 Quadratmetern. Davon entfallen etwa drei Viertel auf das Umlagerungsbauwerk, der Rest auf die Kokerei. Auch die südlich der Kühltürme liegenden Gebäude, und die „Schwarze Seite“ speisen ihr Regenwasser in das System.

Jährlich fließen nun 125 Millionen Liter reines Regenwasser in die Emscher. Die Investitionskosten liegen bei 2,9 Millionen Euro.

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