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Versicherte schlägt Alarm

Datenpanne bei Krankenkasse in Dortmund

DORTMUND Alle Welt spricht vom Abhörskandal, vom Ausspionieren europäischer Staatslenker durch den US-Nachrichtendienst NSA. Auf einen Datenschutz-Skandal vor Ort macht Claudia Schmidt aufmerksam. Und dieser spielt ausgerechnet in einer Krankenkasse. Was ist passiert? Wir erklären den Fall.

Datenpanne bei Krankenkasse in Dortmund

Claudia Schmidt mit dem Fragebogen der Barmer GEK, in dem die Namen aller von ihr zu betreuenden Kinder aufgelistet werden sollen (l.) und auf dem der Name einer anderen Versicherten als Adressat steht (r.).

Was ist passiert?

Die Dortmunderin Claudia Schmidt ist 51 Jahre alt und Pflegefachkraft. Sie möchte sich beruflich umorientieren und beginnt Mitte August für Fabido, dem städtischen Betreiber von Kindertagesstätten und -tagespflege, als Tagesmutter mit der Betreuung von zunächst drei Kindern. Das heißt, sie geht aus ihrem jetzigen Angestellten-Verhältnis heraus in die Teilselbstständigkeit – mit Konsequenzen für ihre Krankenversicherung: Sie muss sich freiwillig versichern, aber das Jugendamt als Träger von Fabido zahlt die Hälfte des monatlichen Beitrags. Soweit, so klar.

Wo ist das Problem?

Ihrem Antrag zur Änderung des Versicherungsverhältnisses lag auch der Antrag über die Beitragseinstufung bei. Um ihren neuen Beitrag zu errechnen, wird Claudia Schmidt von ihrer Kasse, der Barmer GEK in Dortmund, aufgefordert, die Namen der zu betreuenden Kinder und die wöchentliche Stundenzahl zu benennen. Weiterhin soll sie eine Kopie des Bescheids vom Jugendamt beifügen, auf dem ebenfalls die vollen Namen der Kinder benannt sind. Und als ob dies nicht schon genug nach Datenschutz-Panne riecht, hatte man auf dem „Beispiel-Bogen“ eine falsche Adressatin genannt – mit vollem Namen, Adresse und Versicherungsnummer.

Wie hat Claudia Schmidt reagiert?

„Ich war Pflegedienstleiterin und habe deshalb ein sensibles Gefühl für personenbezogene Daten. Der Bogen geht gar nicht“, ärgerte sich Claudia Schmidt. Sie hakte nach.

Wie hat die Krankenkasse reagiert?

Claudia Schmidt,  Mutter einer Tochter (29), eines Sohnes (26) und zweifache Oma mit dem jüngsten Enkelkind, das gerade drei Wochen alt ist, bekommt neue Unterlagen zu ihrer freiwilligen Versicherung zugeschickt.

Wie erklärt die Krankenkasse die Panne?

In der schriftlichen Antwort der Barmer GEK an die Redaktion heißt es unter anderem: „(...) handelt es sich ausdrücklich um einen Fehler eines Mitarbeiters in unserem Beitragszentrum. Als Anlage zu einem Schreiben erhielt Frau Schmidt versehentlich einen falschen Antrag. Dieser war ausschließlich für eine andere Versicherte bestimmt. Es handelt sich dabei um ein einzelnes Versehen und definitiv nicht um einen ‚Beispiel-Bogen‘.“

Und: „Leider mussten wir durch Ihre Anfrage mit Schrecken feststellen, dass hier ein falsches Dokument im Umlauf war. Dieses entspricht ausdrücklich nicht unseren Vorschriften zur Abfrage bei Tagesmüttern bzw. -vätern. Zur Überprüfung der rechtlichen Voraussetzungen für eine Selbstständigkeit benötigen wir lediglich die Anzahl der betreuten Kinder und deren Betreuungsumfang – keinesfalls deren Namen. Das falsche Dokument haben wir sofort aus dem Verkehr gezogen.“

Wie geht die Krankenkasse mit der Problematik um?

Zudem fand am Donnerstag eine bundesweite Videokonferenz mit allen Leitern des Kundenservices statt. „Diese werden ihre Teams danach umgehend auf die Problematik aufmerksam machen und erneut für einen verantwortungsvollen Umgang mit personenbezogenen Daten sensibilisieren“, so Pressesprecherin Sara Rebein. Sie bedauert den Vorfall außerordentlich.

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