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Sportschützen

Den SSV Großbarop quälen Nachwuchssorgen und Vorurteile

GROSSBAROP Nur noch wenige Sportschützen nehmen heute beim SSV Großbarop die Schießscheiben ins Visier. An dem Verein wird deutlich, dass dem olympischen Leistungssport der Nachwuchs fehlt. Doch einen Hoffnungsträger gibt es noch. Er ist 13 Jahre alt.

Den SSV Großbarop quälen Nachwuchssorgen und Vorurteile

Schießen ist ein Konzentrationssport. Die Schützen müssen lange trainieren, um ihre Atmung und den Herzschlag auf den Punkt zu kontrollieren. Geschossen wird beim SSV Großbarop mit Luftdruck. Neben dem Gewehr benutzen die Sportler auch Pistolen, um die Schießscheiben ins Visier zu nehmen.

Auf seinem Höhepunkt war der Verein vor 30 Jahren. „Da standen hier zehn bis 15 Kinder am Schießstand“, erinnert sich Bruno Hartwig. Ein gutes Stück Wehmut liegt in seiner Stimme, denn heute ist Dominic Pellinghausen der einzige Jugendliche auf dem Stand. Die Schützen leiden unter einem Imageproblem. „Das ist kein Blumenschießen, sondern ein Sport“, sagt Hartwig. Viele Menschen haben ein falsches Bild im Kopf, wenn der Begriff „Schützenverein“ fällt.

Schießtraining beim SSV Großbarop

»Diabolos« heißen die Projektile, mit denen Dominic Pellinghausen auf die Ringe schießt.
Der 13-Jährige ist der einzige Jugendliche, der noch beim SSV Großbarop trainiert.
Bruno Hartwig, Vorsitzender des SSV Großbarop, mit seinem einzigen jugendlichen Schützling Dominic Pellinghausen.
Hochkonzentriert zielt er mit dem Gewehr auf die Zielscheibe.
So werden die Projektile aufbewahrt.
Sicherheit hat beim Schießtraining höchste Priorität.
Von Weitem sind die schwarzen Zentren der Zielscheiben kaum zu erkennen - die Schützen müssen sich daher stark auf den Schuss konzentrieren und den Körper zur Ruhe bringen.
Je näher die Treffer am inneren Ring liegen, desto mehr Punkte gibt es pro Schuss - bis maximal zehn.

 Die Schützen nehmen ihren Sport sehr ernst. Am Stand wird nicht wild der Abzug gedrückt. Sekundenlang herrscht vor jedem Schuss fast meditative Ruhe, immer wieder durchbrochen vom dumpfen Zischen der Luftgewehre. „Schießen ist ein Konzentrationssport“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Hinzu komme auch eine große Portion Kraft.

 Ein Luftgewehr darf bis 5,5 Kilogramm, eine Luftpistole bis 1,3 Kilogramm wiegen. Was nach wenig klingt, entpuppt sich beim Zielen als anstrengende Muskelübung.„Gerade freihändig mit der Pistole darf man nicht zu lange zielen“, verrät Christian Naß, der schon seit Kindesalter beim SSV Großbarop Mitglied ist. Viel hängt von der Kontrolle des eigenen Körpers ab, denn wer Luftgewehr oder -pistole anlegt und zum ersten Mal durch das Visier schaut, merkt, wie sehr der eigene Körper in Bewegung ist, obwohl man völlig stillsteht.

 Der 13-jährige Dominic Pellinghausen ist seit einem Jahr im Verein und hat jetzt schon eine beeindruckende Kontrolle über seinen Körper erlangt. „Man muss in der Lage sein, Herzschlag und Atmung auf den Punkt zu beherrschen“, sagt Naß. Mit vier Schüssen aus seinem Luftgewehr zeigt Dominic, wie es geht: Dreimal trifft er ins Schwarze, darunter auch einmal ins Zentrum, das zehn Punkte bringt. Der 13-Jährige hat auch schon bei Wettkämpfen geschossen. „Da kommt dann nochmal die Aufregung am Schießstand und der Druck durch die Konkurrenten hinzu“, beschreibt Bruno Hartwig, der seinem einzigen Nachwuchsschützen väterlich auf die Schulter klopft.  

 40 Schüsse gibt der Sportler im Wettkampf auf die Scheiben ab, die in zehn Metern Entfernung hängen. Je näher die Treffer am inneren Ring liegen, desto mehr Punkte gibt es pro Schuss – bis maximal zehn. „Sicherheit ist dabei das höchste Gebot und das Erste, was alle Schützen bei uns lernen“, erklärt Hartwig. Niemals darf das Gewehr geladen liegen bleiben. Der Lauf muss grundsätzlich auf die Scheiben gerichtet sein. „Und immer eine Hand am Gewehr lassen“, fügt der Vereinsvorsitzende hinzu.   

Schießtraining


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